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Rhein-Kreis Neuss: Demonstration gegen Fluglärm

Rhein-Kreis Neuss : Demonstration gegen Fluglärm

Rhein-Kreis Neuss Sie werden aus Düsseldorf, Essen und Kleinenbroich kommen, aus Neuss und Tönisvorst, aus Kaarst und aus Meerbusch: die Demonstranten, die am Samstag in Büderich Front machen gegen den Fluglärm.

Eingeladen hat die 3000 Mitglieder starke Initiative "Bürger gegen Fluglärm" unter Vorsitz von Christoph Lange. Auch der 500 Mitstreiter aus Neuss und Dormagen zählende Verein "Grefrather Bürger gegen Fluglärm" um Herbert Gorecki hat sich angesagt.

Aktuelle Rückendeckung bekamen die Demonstranten gestern durch Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler. "An deutschen Flughäfen gibt es - wie auch in Düsseldorf - offenbar zunehmend Probleme durch Maschinen, die verspätet landen und das Nachtflugverbot verletzen", betont der Politiker.

Er hat das Thema gerade in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen (ADF) angesprochen, die in Bremen tagte. Spindler nahm als Vorsitzender der Lärmschutzkommission am Flughafen Düsseldorf an dem Treffen teil und stieß auf offene Ohren. Es könne nicht angehen, den Gesellschaften bis kurz vor 23 Uhr Flüge zuzugestehen, hieß es. Damit seien Verspätungen und Verletzungen der Nachtruhe "programmiert".

"Einerseits ist es wichtig, dass sich Fachkommissionen mit der Problematik beschäftigen", erklärt Spindler. Andererseits müssten sich aber auch die Airport-Nachbarn gegen Verletzungen der Nachtruhe und die weitere Ausweitung der Flugbewegungen zur Wehr setzen. Vor diesem Hintergrund sei der in Büderich anberaumte Protestzug "ein Signal zur rechten Zeit", wie der Bürgermeister einräumt.

Die von den Fluglärm-Gegnern erstmals seit Jahrzehnten anberaumte "Demo" beginnt um 11 Uhr auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz und zieht über Düsseldorfer Straße und Dorfstraße zurück zum Rathaus, wo ab 12.15 Uhr die Abschlusskundgebung geplant ist.

"Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir nicht gegen den Flughafen an sich sind und seine wirtschaftliche Berechtigung durchaus anerkennen. Aber wir fordern auch mit Blick auf das Grundgesetz, dass abgeschlossene Verträge eingehalten, Betriebsgenehmigungen strikt beachtet und der Vorrang von Nachtruhe und Gesundheit anerkannt werden", betont Christoph Lange. Die zentralen Forderungen der Fluglärm-Gegner lauten so:

l Nachtflugverbot von 23 bis 6 Uhr (am Wochenende 7 Uhr); jede Ausnahme muss wirklich eine solche sein und wie in Hamburg ein Mehrfaches an Landegebühren kosten, das dem Lärmschutz-Budget zugute kommt. Die "Home-base-carrier"-Regelung ist wettbewerbsverzerrend und gehört abgeschafft;

l korrekte Berechnung der Kapazitäten, des Risikos und der Lärmschutzzonen durch unabhängige Gutachter;

l Planungs- und Rechtssicherheit für alle Beteiligten; uneingeschränkte Anerkennung des "Angerlandvergleichs" zugunsten Dritter und aller Gemeinden;

l verzögerungsfreie Bereitstellung aller umweltrelevanten Informationen (Lärmmesswerte, Schadstoffe, Bahnnutzung) durch den Flughafen;

l schnelle Erarbeitung eines nachhaltigen Luftverkehrskonzepts durch die Landesregierung.

(NGZ)