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Corona-Lockdown im Rhein-Kreis Neuss: NGG und Dehoga fordern Lockerungen

Corona-Folgen im Rhein-Kreis Neuss : Tourismus-Einbruch trifft Gastgewerbe mit voller Wucht

Den Rhein-Kreis Neuss haben im vergangenen Jahr nur noch rund 188.000 Gäste besucht – ein Minus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Den Rhein-Kreis Neuss haben im vergangenen Jahr nur noch rund 188.000 Gäste besucht – ein Minus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen sank um 42 Prozent auf 588.000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts mit. „Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Ina Korte-Grimberg, Landesbezirkssekretärin der NGG NRW. Am 3. März verhandeln Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen.

 Die Lockdown-Folgen sind drastisch zu spüren (Symbol-Bild).
Die Lockdown-Folgen sind drastisch zu spüren (Symbol-Bild). Foto: dpa/Martin Schutt

Wie ernst die Lage für die Betrieb ist, betont auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Nach Schätzungen des Dehoga Nordrhein sind zwei Drittel der Restaurants, Kneipen, Cafés, Hotels, Clubs und Diskotheken von der Pleite bedroht – wenn nicht sofort umfangreiche Maßnahmen beschlossen werden.

„Hotels, Pensionen, Restaurants und Kneipen sind schon seit Anfang November geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, erklärt auch Korte-Grimberg. Entscheidend seien hierbei einheitliche Auflagen und detaillierte Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. Viele Hotels und Gaststätten könnten auf bewährte Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Firmen müssten neben den Gästen auch das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenfreie FFP2-Masken für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten.

Zugleich sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt, muss auch die Folgen für die Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat“, so Korte-Grimberg. Selbst wenn Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften, sei ein Großteil der Beschäftigten noch monatelang auf das Kurzarbeitergeld angewiesen. Ohne eine Aufstockung kämen die Menschen damit aber nicht länger über die Runden.

(NGZ)