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Corona-Krise: Landwirte im Rhein-Kreis Neuss suchen Erntehelfer

Landwirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : Resonanz auf Suche nach Erntehelfern ist da

Landwirte bangen um ihre Ernte. Die Resonanz auf Aufrufe sei da. Nun müsse abgewartet werden, ob die Helfer verfügbar sind.

Die Corona-Krise trifft auch die Landwirtschaft: Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt erlebt derzeit, dass die Bereitschaft zu helfen, da ist. Denn viele befürchten, dass es in diesem Jahr Engpässe bei der Ernte geben wird, da Saisonarbeiter derzeit nicht einreisen können. „Davon sind besonders Betriebe betrofen, die Sonderkulturen anbauen“, sagt Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt, „bei den Spargelbauern wird es akut, sie werden in Kürze mit der Ernte beginnen.“ Dass die Ernte-Versorgung sichergestellt wird, sei ein allgemeines Interesse. Auch die Politik schaltet sich ein: So wurde etwa das Portal „daslandhilft.de“ gegründet, das Betriebe und Hilfskräfte zusammenbringen möchte. Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat außerdem den Vorschlag gemacht, dass bei Asylbewerbern das Beschäftigungsverbot aufgehoben wird, damit sie sich als Helfer engagieren können. „Man muss abwarten, ob das tragfähig ist und durchgesetzt werden kann. Es wäre aber eine Illusion zu glauben, dass dies allein die Lösung wäre“, sagt Wappenschmidt. Heiner Goetschkes, der in Vorst Beerenobst anbaut, hat schon einige Bewerbungen von interessierten Helfern bekommen. Darunter seien auch eine Handvoll Menschen gewesen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. „Ich weiß das zu schätzen“, sagt er und fügt hinzu, „das erwarte ich aber gar nicht.“

Eine, die ihre Hilfe, ehrenamtlich anbieten möchte ist Jennifer Schmidl aus Neuss. Als sie über die Probleme der Landwirte gelesen hat, wollte sie selbst tätig werden und Betriebe in der Umgebung unterstützen. Um zeitlich flexibel zu bleiben, wollte sie jedoch keinen 450 Euro Job beginnen, sondern freiwillig mit anpacken. „Als ich das auf den Höfen erzählt habe, waren sie zuerst irritiert, damit haben sie nicht gerechnet“, erzählt die 33-Jährige. Bedenken habe es nur wegen der Versicherung gegeben. Doch Schmidl hat sich erkundigt und schließlich die Bestätigung der landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft erhalten, dass auch Ehrenamtler versichert sind. Nun wartet sie auf ihren Einsatz.Beginnen könnte sie frühestens Ende April „Dann ist die Frage, wie die Situation sich bis dahin entwickelt hat, ob ich wieder voll arbeiten muss.“

Ähnliche Bedenken hat auch Goetschkes: „Ich bin froh, dass sich viele gemeldet haben. Nun müssen die Personen zu Erntebeginn nur noch verfügbar sein.“