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Corona-Krise im Rhein-Kreis Neuss: Schulpsychologischen Dienst gibt Tipps für Familien

Corona-Krise im Rhein-Kreis Neuss : Schulpsychologischen Dienst gibt Tipps für Familien

Seit mehreren Wochen sind Kindergärten und Schulen geschlossen. Jutta Bellen, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-Kreises Neuss gibt Eltern Tipps, wie sie diese Zeit zusammen mit ihren Kindern meistern können.

  • Struktur geben: Die Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes empfiehlt, den Kindern die aktuelle Situation kindgerecht zu erklären und ihnen gegenüber Ruhe auszustrahlen. Struktur im Alltag sei dabei wichtig. Zum Beispiel, in dem gemeinsame Gespräche mit allen Familienmitgliedern geführt werden, der Tag oder die Woche eingeteilt wird und Regeln sowie Vereinbarungen aufgestellt werden.
  • Aktivitäten: Die Freizeit kann gemeinsam geplant werden. „Bewegung ist gesund, vor allem jetzt zum Stressabbau“, sagt Jutta Bellen. „Vermitteln Sie dabei das Gefühl, etwas gemeinsam zu bewegen und zu schaffen. Dies bietet auch die Chance, nicht nur gemeinsam Freizeit zu verbringen, sondern auch das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden – zum Beispiel zusammen zu kochen, den Frühjahrsputz in Angriff zu nehmen oder das Kinderzimmer aufzuräumen.“ Doch sei es wichtig, so Jutta Bellen, dass Eltern und Kinder daneben auch Zeiten und Räume haben, in denen sie ihren eigenen Tätigkeiten nichgehen können.
  • Über Ängste sprechen: „Angst ist zunächst einmal eine wichtige und normale Reaktion, denn sie signalisiert uns Gefahr“, sagt Bellen. „Wir sollen uns in Acht nehmen und uns schützen, indem wir die Gefahrenquelle vermeiden oder uns der Gefahrenquelle stellen und etwas dagegen tun. Angst kann natürlich auch lähmen und dazu führen, dass wir uns ausgeliefert fühlen.“ Umso wichtiger sei es, darüber offen zu sprechen – untereinander und mit den Kindern. „Eltern sollten die Sorgen der Kinder ernst nehmen und nicht bagatellisieren. Der Austausch über Gefühle baut bereits einen Teil der Angst ab, und es kann überlegt werden, wie der Gefahr begegnet werden kann.“
  • Medien bewusst nutzen: Soziale Netzwerke und Medien seien noch mehr in die Aufmerksamkeit gerückt und ermöglichen unter den derzeitigen Bedingungen Kommunikation. Die Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes empfiehlt dennoch, dass Eltern im Blick halten, über welche Kanäle und wie viel ihre Kinder medial kommunizieren. Auch für das Spielen an der Playstation oder am Smartphone sei es sinnvoll Zeitfenster einzuplanen, Regeln aufzustelln und Vereinbarungen zu treffen. Eltern und Kinder können Medien aber auch gmeinsam nutzen. „Filme schauen und Spiele spielen, darüber mit den Kindern sprechen und Gemeinsamkeit herstellen“, sagt Bellen. .
(NGZ)