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Rhein-Kreis Neuss: Chance auf vier Bundestagsabgeordnete

Rhein-Kreis Neuss : Chance auf vier Bundestagsabgeordnete

Der Rhein-Kreis wird im 18. Deutschen Bundestag zumindest durch zwei direkt gewählte Abgeordnete vertreten sein. Sichere Listenplätze haben die FDP-Kandidaten Djir-Sarai und Fricke – wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde schafft.

Der Rhein-Kreis wird im 18. Deutschen Bundestag zumindest durch zwei direkt gewählte Abgeordnete vertreten sein. Sichere Listenplätze haben die FDP-Kandidaten Djir-Sarai und Fricke — wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde schafft.

Muss den Wahlkreis 110 direkt holen; hat auf CDU-Listenplatz verzichtet: Ansgar Heveling, Korschenbroich. Foto: lamm

Wenn Sonntag der 18. Deutsche Bundestag gewählt wird, dann besteht die Chance, dass vier im Rhein-Kreis gewählte Abgeordnete ins Parlament einziehen — einer weniger als in der auslaufenden Wahlperiode. Grund: Bernd Scheelen (SPD) kandidiert nicht mehr. Ihm hatte vor vier Jahren Listenplatz 13 gereicht, um das Mandat für Berlin zu holen. Für Scheelen kandidiert der 28 Jahre alte Benedikt Winzen im Wahlkreis 110 (Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch; Krefeld-Süd). Der ist mit Listenplatz 39 chancenlos.

Gewann zuletzt 2009 das Direktmandat im Wahlkreis 108: CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Neuss. Foto: Woi

Die Favoriten auf die Direktmandate sind die beiden CDU-Bewerber Ansgar Heveling (WK 110) und Hermann Gröhe im Wahlkreis 108 (Dormagen, Grevenbroich, Neuss und Rommerskirchen). Die FDP-Kandidaten Otto Fricke (4) und Bijan Djir-Sarai (7) können mit sicheren Listenplätzen als Abgeordnete nach Berlin zurückkehren — wenn denn die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Das ist ungewiss, denn Sonntag verpasste die FDP mit 3,3 Prozent den Wiedereinzug in den bayerischen Landtag.

Muss den Wahlkreis 110 direkt holen; hat auf CDU-Listenplatz verzichtet: Ansgar Heveling, Korschenbroich. Foto: lamm

CDU Generalsekretär Gröhe darf für die nächsten vier Jahre als Bundestagsabgeordneter planen. Vor vier Jahren gewann er mit 47,8 zu 29,5 Prozent, auf die sein Mitbewerber Hubert Eßer (SPD) kam. Gröhe ist also der Favorit, zudem auf Platz 4 der NRW-Liste prominent abgesichert. Vor ihm stehen nur noch Bundestagspräsident Norbert Lammert, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ingrid Fischbach aus Herne. Zum Vergleich: 2009 stand Gröhe auf Platz 13; er verbesserte sich deutlich. Hingegen muss Ansgar Heveling seinen Wahlkreis 110 direkt holen, wenn er zum zweiten Mal in den Bundestag einziehen möchte. Er hat auf einen Listenplatz verzichtet. Zuletzt setzte er sich mit 42,3 zu 29,1 Prozent gegen Bernd Scheelen (SPD) durch.

SPD Mit Klaus Krützen (WK 108) und Benedikt Winzen (WK 110) treten zwei Neulinge an, die beide nur eine Chance auf Berlin besitzen, wenn sie den CDU-Bewerbern das Direktmandat abjagen. Ihre Listenplätze 31 (Krützen) und 39 (Winzen) werden nicht reichen. 2009 zog die SPD-Liste nur bis Platz 13 — den hatte Bernd Scheelen inne. Hubert Eßer musste sich gar mit Platz 46 begnügen. Im Jahr 2002 waren mit Kurt Bodewig — direkt gegen Hermann Gröhe — und Bernd Scheelen noch zwei SPD-Abgeordnete aus dem Rhein-Kreis in den Bundestag gewählt worden.

FDP Otto Fricke (Platz 4; 2009 Platz 7) im Wahlkreis 110 und Bijan Djir-Sarai (Platz 7; 2009 Platz 13) im Wahlkreis 108 sind sicher im Bundestag, wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde schafft.

Grüne Als seine Partei die Landesliste aufstellte, besaß Lars Schellhas noch nicht das passive Wahlrecht. Daher steht er nicht auf der Liste. Er wurde erst im April 18 Jahre alt und kandidiert im Wahlkreis 108 als jüngster Grünen-Bewerber bundesweit. Auch Karl-Heinz Renner, Kandidat im Norden des Rhein-Kreises, verfügt über keinen Listenplatz.

Linke Die beiden Direktkandidaten Walter Rogel-Obermanns (WK 108) und Manfred Büddemann (WK 110) werden ebenfalls nicht auf der Landesliste geführt.

(NGZ)