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Rhein-Kreis Neuss: CDU: Soziales Netz für Zukunft sichern

Rhein-Kreis Neuss : CDU: Soziales Netz für Zukunft sichern

Mit einer Programmkonferenz zur Sozialpolitik legt die CDU den Grundstein für ihre Agenda zur Kommunalwahl 2014. Geisterdörfer und leerstehende Häuser wie in anderen Regionen Deutschlands wird es im Rhein-Kreis Neuss so schnell nicht geben: Innerhalb von 30 Jahren sinkt die Bevölkerung nach einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose des Landesbetriebs Information und Technik im Rhein-Kreis von 443 300 im Jahr 2011 auf 442 200 in 2030. Ein Minus von gerade einmal 0,2 Prozent.

Ist der demografische Wandel im Rhein-Kreis kein Problem? Doch, Vorsorge tut not, sagt die CDU im Rhein-Kreis Neuss. "Die Bevölkerung schrumpft zwar in den nächsten Jahrzehnten nicht dramatisch, aber sie wird im Durchschnitt älter und bunter", sagt Jürgen Steinmetz, Sozialdezernent und Allgemeiner Vertreter des Landrates.

Auf einer Programmkonferenz der Kreis-CDU in Grevenbroich diskutierte er jetzt mit Vertretern des Kreisvorstandes, Abgeordneten und Experten über Szenarien und deren Konsequenzen. Die Ergebnisse sollen Grundlage für das Kommunalwahlprogramm der CDU sein, wenn 2014 die Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistag neu gewählt werden. "Die Menschen sollen wissen, wofür wir stehen", sagt Daniela Leyhausen, stellvertretende Vorsitzende der Kreis-CDU. Und das bedeute in diesem Fall konkret: "Es besteht kein Zweifel daran, dass die guten sozialen Rahmenbedingungen im Rhein-Kreis erhalten bleiben sollen."

Mit — ohnehin knappem — Geld allein sei das allerdings nicht zu machen. "Wir brauchen auch im Sozialbereich eine Kultur des Förderns und Forderns", sagt Leyhausen. So seien zum Beispiel Unternehmen gut beraten rechtzeitig Modelle zu entwickeln, die den Einsatz auch älterer Arbeitnehmer oder den flexibleren Wiedereinstieg von Müttern in den Beruf ermöglichten. Jobbörsen für ältere Arbeitnehmer sind eine weitere Idee.

Langzeitarbeitslose will die CDU mit dem Ausbau neuer Angebote die Chance geben, einen Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. "Das in Neuss gestartete Modell der Teilzeitausbildung ist dafür ein gutes Beispiel", sagt Steinmetz. Ein anderes sei öffentlich geförderte Beschäftigung, zum Beispiel in der Stadtpflege oder im Sozialbereich, wie sie der Kreis derzeit für das kommende Jahr vorbereite. Das Ziel: "Menschen qualifizieren und aktiv zurück in die Gesellschaft bringen."

Leyhausen will mit ihrer Partei darüber hinaus ein Maßnahmenpaket schnüren, das im Alltag ansetzt und Senioren ebenso zugute kommt wie jungen Familien: "Mit Blick auf die alternde Gesellschaft sprechen plötzlich alle über Barrierefreiheit von Gebäuden und Verkehrsmitteln. Das ist gut, hätte aber schon früher passieren können." Ob mit Gehhilfe oder Kinderwagen unterwegs, die Probleme seien letztlich die gleichen.

Um sie zu lösen, müsse keine komplett neue Infrastruktur geschaffen werden. Anpassung sei das Entscheidende. "Die Bedürfnisse älterer Menschen werden in Zukunft weitaus differenzierter sein" sagt Steinmetz. Wer aufgrund der höheren Lebenserwartung und entsprechender Statistiken meine, mit dem Bau neuer Senioren- und Pflegeheime seine Hausaufgaben schon gemacht zu haben, liege falsch. Altenheime seien notwendig, aber nicht die einzige Antwort: "Wir brauchen gerade in den Innenstädten senioren- und familiengerechte Strukturen." Dazu gehörten angepasste Verkehrswege und fußläufig erreichbare Nahversorgung ebenso wie der Ausbau des Angebotes an kleineren Wohnungen, möglichst noch mit "zubuchbaren" Serviceangeboten wie Betreuung, Essen oder Reinigungsdienst. Die Kommunen könnten dies nicht finanzieren — sehr wohl aber initiieren, zum Beispiel über Gespräche und Foren mit privaten und genossenschaftlichen Akteuren der Wohnungswirtschaft.

(NGZ/ac)