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Rhein-Kreis Neuss: Bundesbanker sammelt die D-Mark ein

Rhein-Kreis Neuss : Bundesbanker sammelt die D-Mark ein

In Zuckerdosen und zwischen Buchdeckeln, aber auch hinter Tapeten, im "Geheimversteck" unter der Badewanne oder anderen Fundorten schlummert Deutschlands nationale Bargeldreserve – die Deutsche Mark.

In Zuckerdosen und zwischen Buchdeckeln, aber auch hinter Tapeten, im "Geheimversteck" unter der Badewanne oder anderen Fundorten schlummert Deutschlands nationale Bargeldreserve — die Deutsche Mark.

Auch zehn Jahre und einen Tag nach Einführung des Euro kursieren nach Schätzung der Deutschen Bundesbank noch immer Scheine und Münzen im Nennwert von 13,3 Milliarden Mark. Und für Jürgen Esser, Bundesbanker mit Wohnort im Rhein-Kreis, gehört es zum Tagesgeschäft, diese "Valuta" aus dem Verkehr zu ziehen und in Euro zu tauschen. Auch am Montag war das so.

"Die Fälle mit fünf- oder sechsstelligen Summen haben deutlich nachgelassen", berichtet der 47-Jährige, der bei der Bundesbank-Filiale in Duisburg als Abteilungsleiter Bargeld tätig ist. "Das Gros der Geschäfte liegt zwischen 30 und 100 Mark."

Die Kunden, die am ersten Arbeitstag im neuen Jahr mit D-Mark zu ihm und seinen Mitarbeitern kamen, bestätigen diese These. Bis zum Mittagessen waren 18 Besitzer der Altwährung gekommen, und der größte Betrag lag bei 3200 Mark.

Ist der Betrag fünfstellig, muss sich der D-Mark-Besitzer erklären. So will es das Geldwäsche-Gesetz. Aber auch die anderen Kunden berichten gerne, wie sie in den Besitz des alten Geldes kamen.

Manchmal sind die Geschichten kurios, doch meist haben sie einen gemeinsamen Nenner: Sie stammen aus einem Nachlass und wurden etwa bei der Auflösung des Haushaltes eines Verstorbenen gefunden.

Als Bundesbank-Angestellter in Duisburg sammelt Esser dieses Geld ein, das immer noch — und auch weiterhin unbefristet — zum Kurs von 1,95583 DM für einen Euro umgetauscht wird.

Die Scheine werden vernichtet, die alten Münzen den fünf deutschen Prägeanstalten als Metallschrott zugeleitet. Seine eigenen D-Mark würde Jürgen Esser allerdings nach Düsseldorf bringen. Denn für die Menschen aus dem Rhein-Kreis ist die Filiale an der Berliner Allee 14 dafür die erste Adresse.

(NGZ)