Rommerskirchen: Telekom baut aus - Internet wird langsamer

Telekom baut aus: Internet in Rommerskirchen wird langsamer

Weil NetCologne den Zuschlag für die Vectoring-Technologie in Eckum erhalten hat, bietet die Telekom statt der VDSL- Technologie mit Übertragungsraten bis 50 Mbit nur noch ADSL-Abschlüsse mit einer Leistung von 16 Mbit.

Sie kamen nicht aus heiterem Himmel, sondern wurden bereits vergangenen Herbst ausgesprochen: In diesen Tagen werden die Kündigungen wirksam, auf deren Basis die Telekom ihre Kunden nicht mehr mit der VDSL-Technik und Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit versorgen wird. "Leider gibt es einige wenige Gebiete, in denen der Netzausbau durch die Telekom nicht möglich ist.

Dort muss die Telekom ihre bestehende VDSL-Technik entfernen", heißt es in dem Kündigungsschreiben, mit dem das Unternehmen sein bisheriges VDSL-Angebot zurückzieht und die Verträge nicht mehr fortführt. Weiter heißt es in den Kündigungsschreiben, dass der bisherige Vertrag "aus technischen Gründen" nicht mehr weitergeführt werden kann.

Betroffen sind nach den Worten von Wirtschaftsförderin Bele Hoppe sowohl Privat-, als auch Geschäftskunden der Telekom in Eckum. Eckum gehört zu den ganz wenigen Teilen der Gemeinde, in denen die Deutsche Glasfaser bei der Nachfragebündelung in den vergangenen Jahren unterhalb der 40 Prozent-Marke blieb und keinen Glasfaserausbau vornimmt.

Stattdessen wird hier NetCologne den Kabelausbau per Vectoring vornehmen, bei dem Glasfaserkabel verwendet werden, die vielzitierte "letzte Strecke" bis zum Hausanschluss indes mit Kupferkabeln ausgestattet ist.

In einer "Sprachregelung zum Ausbau im Nahbereich" verweist die Telekom darauf, dass sie im Februar 2015 bundesweit den Vectoring-Ausbau in so genannten Nahbereichen beantragt habe. Dabei geht es um den Bereich von rund 500 Metern rund um die etwa 8000 Hauptverteiler in Deutschland. 2016 hat die Bundesnetzagentur beschlossen, diese so genannte "letzte Meile" zum Ausbau von schnellem Internet freizugeben.

Damit kamen neben der Telekom auch andere Anbieter zum Zuge, die laut Telekom "für einige wenige Nahbereiche das Ausbaurecht zugestanden" bekamen. Hierzu zählt offensichtlich auch Eckum, wo in dieser Hinsicht NetCologne aktiv ist. Wie der Telekom-Sprachregelung zu entnehmen ist, kann "aus technischen Gründen", nämlich dem Vectoring-Prinzip, "in diesen Gebieten nur der jeweils ausbauende Wettbewerbs-Carrier VDSL/Vectoring betreiben."

Warum dies so ist, beantwortete gestern ein Telekom-Sprecher der Sprachregelung getreu folgendermaßen: "Das ist technisch so vorgegeben. Wenn der eine Anbieter den Zuschlag für den Nahbereich bekommen hat, kann nur dieser VDSL anbieten. Technische Anpassungen heißt, wir müssen die Geschwindigkeit reduzieren, daher braucht der Kunde einen neuen Vertrag und wir müssen kündigen", sagt der Sprecher.

Einen neuen Vertrag könnte der Kunde bekommen, aber mit reduzierten Geschwindigkeiten. In Eckum liegen die bei 16 Mbit.

(NGZ)