Bodendenkmal in Neuss : Der Galgenberg ist ein Bodendenkmal und bleibt daher kahl

Die Enttäuschung bei Otto Saarbourg war groß. Wenn der Neusser durch das Gelände des Kleingartenvereins „Römerlager“ in Meertal spaziert, fällt sein Blick regelmäßig auf den Galgenberg, einen auf dem Gelände gelegenen Hügel, der im vergangenen Sommer kahl geschlagen wurde.

Saarbourg konnte nicht verstehen, warum dort noch nicht wieder aufgeforstet wurde – auf dieser, wie er sagt, historischen Landmarke, wo im Mittelalter Hinrichtungen stattfanden.

Folgen hat das direkt keine, es sieht eben nur trist aus. Immerhin hatten dort etwa 30 Robinien für eine üppige Vegetation gesorgt. Wegen „Fäulnis, Rissen, Stauchungen und Brüchen“, so hatte es auf der Internetseite der Stadt geheißen, seien die Fällungen notwendig gewesen.

Danach hatten sich Bürger, wie eben Otto Saarbourg, Kleingartenbesitzer, die Bürgerinitiative „Casa Meertal“ und auch Vertreter der Politik (die SPD hatte im Juni vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag im Kulturausschuss gestellt) für die Wiederaufforstung und die Darstellung der Historie des Ortes durch eine Hinweistafel eingesetzt.

Geschehen ist an dieser Stelle bis jetzt nichts, und wird es auch nicht. Auf Anfrage unserer Redaktion hatte die Stadt mitgeteilt, dass es keine Bepflanzung auf dem Galgenberg geben werde. Der Grund: Der Hügel sei ein Bodendenkmal, stehe unter Denkmalschutz und solle deshalb für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Und dazu müsse die Oberfläche einschließlich der darunter liegenden Schichten möglichst ungestört bleiben.

(NGZ)
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