Buch "Gärten und Parks im Rhein-Kreis Neuss" vorgestellt

Gärten und Parks im Rhein-Kreis Neuss : Auf den Spuren der Gartenkunst

Das Buch „Gärten und Parks im Rhein-Kreis Neuss“ nimmt seine Leser auf eine Entdeckungstour ins Grüne mit. Neben bekannten Höhepunkten wie der Museumsinsel Hombroich oder Schloss Dyck gibt es auch Geheimtipps.

Waldluft im Neusser Stadtteil Selikum schnuppern und dabei uralten Mammut-, Taschentuch- und Tulpenbäumen begegnen; im Korschenbroicher Ortsteil Glehn ein Herrenhaus aus der Renaissance mit Garten und Wassergraben bestaunen oder in Grevenbroich einen Spaziergang machen auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau aus dem Jahr 1995: „Der Rhein-Kreis hat in Sachen Gartenkunst einiges zu bieten“, sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Damit Grünanlagen-Interessierte einen besseren Überblick über die historisch gewachsene Gartenkunstkultur erhalten, hat der Rhein-Kreis nach Büchern über Schlösser und Burgen sowie Klöster und Kirchen jetzt ein Werk zu sehenswerten, teils mehr, teils weniger bekannten privaten und öffentlichen Parks und Gärten zusammengestellt. In dem großzügig bebilderten Werk werden insgesamt 35 Grünanlagen aus unterschiedlichen Epochen und mit unterschiedlichen Funktionen gezeigt, unterteilt in Burgen-Gärten, städtische Parkanlagen, Klostergärten und „Gärten des Ursprungs“.

In letzterer Rubrik sind etwa der Tannenbusch in Dormagen, die Vollrather Höhe in Grevenbroich oder der Tuppenhof in Kaarst vertreten. „Neben den offensichtlichen Highlights, dem Schloss Dyck, der Museumsinsel Hombroich oder dem ,Haus Meer’ habe ich im Rhein-Kreis Neuss auch kleine und daher oftmals weniger bekannte Gärten kennengelernt, die Aufmerksamkeit verdienen“, sagt Buchautor Frank Maier-Solgk. Der Düsseldorfer Publizist, Kunsthistoriker und Philosoph schreibt seit Jahrzehnten Bücher über Gärten und hat bei seinen Recherchen im Rhein-Kreis „Ansätze eigenständiger Gartentypen“ feststellen können.

Das seien etwa die Klostergärten oder Gartenanlagen mit sehr alten Pflanzen wie der Tannenbusch oder das Braunkohlewäldchen in Grevenbroich, sagt Maier-Solgh, der in dem Buch auch die Geschichte der jeweiligen Grünanlage darstellt. Gemeinsam mit Kulturdezernent Tillmann Lonnes hat er die 35 Anlagen ausgesucht. „Wir haben zunächst anhand einer Karte alle Grünanlagen lokalisiert und anschließend einen Querschnitt durch unterschiedliche Epochen und Funktionen ausgewählt“, erklärt Lonnes.

Vor vier Jahren begannen die Recherchen der eigentlich als Band 1 geplanten Rhein-Kreis-Ausgabe der Reihe „Gartenkunst und Landschaftskultur im Rheinland“. Mittlerweile sei aber bereits Band 2 zu Gärten und Parks in Düsseldorf erschienen.

Der hohe Aufwand habe sich aber gelohnt, betont Tilmann Lonnes. Besonderes Highlight in dem 262-seitgen Buch seien Luftaufnahmen, die die Lage der Parks und Gärten veranschaulichen sollen „Die Sicht von oben ermöglicht eine völlig neue Perspektive“, bemerkt Petrauschke.

Ziel sei es aber nicht nur, das Buch auf dem heimischen Sofa zu lesen, sondern die Gärten, von denen die meisten frei zugänglich seien, auch zu besuchen. „Die vielen schönen Aufnahmen und Texte in dem Buch zeigen: Man muss nicht unbedingt weit fahren, um einen schönen Garten zu sehen.“

Und wer mag, kann die Gärten zum Beispiel auch im Frühjahr als Station für eine Radtour nutzen – und so noch einmal einen ganz neuen Blick auf den Rhein-Kreis erlangen.

Mehr von RP ONLINE