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Schützen informierten sich über Wurzeln und Geschichte: Bruderschaftstag im Kreismuseum

Schützen informierten sich über Wurzeln und Geschichte : Bruderschaftstag im Kreismuseum

Auf sein 75-jähriges Bestehen kann der seit 1967 unter seinem heutigen Namen firmierende Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln in diesem Jahr zurück blicken: Aus diesem Anlass ist im Kreismuseum in Zons zurzeit eine Ausstellung zu sehen, die von Uta-Kristen Remmers, der Archivarin des Bundes, zusammen gestellt worden ist. Im Kreismuseum Zons gingen die Schützen am Bruderschaftstag auf Entdeckungsreise (von links): Bezirkskönig Holger Hambloch, Archivarin Uta Kirsten Remmers und Bezirksbundesmeister Wolfgang Kuck. NGZ-Foto: H. Jazyk

Auf sein 75-jähriges Bestehen kann der seit 1967 unter seinem heutigen Namen firmierende Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln in diesem Jahr zurück blicken: Aus diesem Anlass ist im Kreismuseum in Zons zurzeit eine Ausstellung zu sehen, die von Uta-Kristen Remmers, der Archivarin des Bundes, zusammen gestellt worden ist. Im Kreismuseum Zons gingen die Schützen am Bruderschaftstag auf Entdeckungsreise (von links): Bezirkskönig Holger Hambloch, Archivarin Uta Kirsten Remmers und Bezirksbundesmeister Wolfgang Kuck. NGZ-Foto: H. Jazyk

Für den Bezirk Nettesheim und seinen Bundesmeister Wolfgang Kuck lag es folglich nahe, den diesjährigen Veranstaltungsreigen in der Zollfeste zu starten und den traditionellen Bruderschaftstag mit einer Museumsbesichtigung zu begehen. Bei herrlichem Frühjahrswetter waren insgesamt 40 Mitglieder aus den sechs Rommerskirchener und vier Dormagener Bruderschaften mit von der Partie, unter ihnen auch der amtierende Bezirkskönig Holger Hambloch.

Gleich eingangs machte Uta-Kristen Remmers deutlich, dass die nachdrückliche Betonung der christlichen Wurzeln wie der kirchlichen Bindung des Schützenbunds eine ihrer wesentlichen Absichten gewesen sei. Dies spiegelte sich denn auch in der Zusammenstellung der Exponate wider: Gleich zu beginn der Ausstellung im Kreismuseum finden sich neben zwei Messgewändern auch verschiedene Darstellungen des heiligen Sebastian, der zwar nicht der einzige, wohl aber der von den meisten Bruderschaften auserkorene Schützenpatron ist.

Dies macht übrigens auch die Geschichte des Bundes selbst deutlich, der 1928 von dem Geistlichen Dr.Peter Louis - auch von ihm findet sich ein Porträtgemälde in Zons - als "Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus" gegründet worden ist. Was in gewisser Hinsicht durchaus problematisch war, denn eine reguläre "Erzbruderschaft" im Sinne der strengen Vorschriften des kanonischen Rechts ist der Vorgänger des heutigen Bunds nie gewesen, wie Uta-Kristen Remmers bei der Museumsführung deutlich machte.

Die in Zons präsentierten Ausstellungstücke stammen aus dem gesamten Einzugsbereich des Bunds, wobei sich nicht alle Utensilien mehr im Gebrauch befinden. Dies gilt etwa für ein massives Diadem der Bundeskönigin aus dem Jahr 1961, an dem die damaligen Würdenträgerinnen durchaus schwer zu tragen hatten. Zu den von Uta-Kirsten Remmers ausfindig gemachten Raritäten zählen etwa auch das aus dem Jahr 1749 stammende Bruderschaftsbuch der St.-Donatus Schützenbruderschaft Viersen-Dülken oder ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Totenbuch der St.-Sebastianus-Schützen aus Königswinter.

Neben Standarten, Uniformen und der Königskette des amtierenden Bundeskönigs Werner Müller finden sich in der Ausstellung auch wichtige Dokumente des vergangenen Dreivierteljahrhunderts, die Aufschlüsse über das Verbot der einstigen "Erzbruderschaft vom heiligen Sebastianus" durch die Nationalsozialisten im Jahr 1935 vermitteln. Wieder zugelassen wurde die Vereinigung 1947 durch die englischen Besatzungsbehörden, bei denen sich der damalige Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings für die Traditionshüter eingesetzt hatte - auch sein Brief ist selbstverständlich in Zons vorhanden.

Kurz nach dem Rundgang durchs Kreismuseum ging es für das Gros der Schützen gleich gegenüber weiter: In der Geschäftsstelle des "Heimat- und Verkehrsvereins der Stadt Zons" läuft unter dem Titel "Königspaare" noch bis 6. April eine Ausstellung über die insgesamt 13 Dormagener Bruderschaften und Vereine, die laut Jutta Kluth vom Stadtarchiv erstmals "unter einen Hut" gebracht werden konnten. Ein Vortrupp des Bezirksverbands machte unterdessen schon einmal in der Gaststätte "Stadt Zons" Quartier, wo die Schützen dann am späten Nachmittag die gesammelten Eindrücke verarbeiteten. S.M.

(NGZ)