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Meerbusch: Betrugsvorwurf gegen Taxibus

Meerbusch : Betrugsvorwurf gegen Taxibus

Die Rheinbahn kündigt die Geschäftsbeziehungen mit der Meerbuscher Funkmietwagenzentrale.

Die Rheinbahn kündigt die Geschäftsbeziehungen mit der Meerbuscher Funkmietwagenzentrale.

Meerbusch Ein anonymes Schreiben soll den Stein ins Rollen gebracht haben. "Wir haben die Geschäftsbeziehung mit der Funkmietwagenzentrale in Osterath gestoppt", erklärt Georg Schumacher, Sprecher der Rheinbahn in Düsseldorf. Das Verkehrsunternehmen aus der Landeshauptstadt wirft dem Geschäftsführer Jürgen Bienefeld aus Büderich Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung vor. "Wir schließen rechtliche Schritte und eine Anzeige nicht aus, wenn der uns entstandene Schaden nicht reguliert wird", sagt Schumacher.

Schaden schwer zu schätzen

Die Höhe lasse sich nur schwer schätzen, bewegt sich aber vermutlich fünfstelligen Bereich. Der Beschuldigte bestätigt, dass ihn die Rheinbahn "beurlaubt" habe. "Wir bleiben aber im Gespräch und würden die Geschäftsbeziehung gerne fortsetzen", sagt Bienefeld. Er müsse sich zunächst mit seinem Rechtsanwalt beraten, da ihm die Vorwürfe im Detail überhaupt nicht bekannt seien. "Aber eine gute Werbung für meine Funkmietwagenzentrale ist das natürlich nicht." Nach den Vorwürfen der Rheinbahn sei er wie vor den "Kopf geschlagen". Natürlich habe er auch Feinde. Er könne sich vorstellen, dass die Beschuldigungen von einem früheren Mitarbeiter stammten, sagt Bienefeld. Das anonyme Schreiben soll auch an die Steuerfahndung gegangen sein. Von Schwarzarbeit sei dort angeblich ebenso die Rede wie von fingierten, erfundenen und verlängerten Fahrten im Auftrag der Rheinbahn.

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Der Taxi-Bus verkehrte in Meerbusch abends nach Anmeldung auf den Buslinien 832 und 839 und in Ratingen auf den Linien 14 und 19. Die Fahrgäste mussten nach der Beförderung einen Beleg unterschreiben. Dabei, so heißt es, hätten die Kunden in der Dämmerung natürlich nicht unbedingt darauf geachtet, welche Entfernungsstufe eingetragen sei.

Vor sieben Jahren ereigneten sich mit dem Meerbuscher Taxi-Bus ähnliche Vorfälle. Nachdem eine Mitarbeiterin des damaligen Betreibers ihren Chef wegen Steuerhinterziehung, illegale Beschäftigung und Betrugs angezeigt hatte, kündigte die Rheinbahn fristlos. Das Vertrauensverhältnis war zerstört. Damals wurden die Busse auf den Linien 832 und 839 auch in den Abendstunden eingesetzt.

Lösung gefunden

Diesmal hat die Rheinbahn eine andere Lösung gefunden: "Die Fahrgäste brauchen zur Zeit den Taxi-Bus nicht mehr telefonisch vorzubestellen, das Taxi fährt regelmäßig nach dem Fahrplan. Sobald der Taxi-Bus wieder telefonisch geordert werden muss, wird die Rheinbahn ihre Fahrgäste informieren", heißt es in einer Pressemitteilung. "Wir sehen uns jetzt nach einem Nachfolger für den Taxi-Bus in Meerbusch um", ergänzt Schumacher.

(RP)