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Rhein-Kreis Neuss: Bei Begegnung mit Einbrechern nicht den Helden spielen

Rhein-Kreis Neuss : Bei Begegnung mit Einbrechern nicht den Helden spielen

Am Montag stieg ein Unbekannter in eine Wohnung ein, in der sich eine Frau aufhielt. Polizeisprecher Hans-Willi Arnold rät zur Vorsicht.

Herr Arnold, am vergangenen Montag ist in Dormagen an der Straße "Unter den Hecken" ein Einbrecher in eine Wohnung eingedrungen, obwohl sich darin eine Frau aufhielt. Werden die Täter immer dreister?

HANS-WILLI Arnold Man kann davon ausgehen, dass der Täter nichts von der Anwesenheit der Frau ahnte. Einbrecher versuchen stets, den Kontakt zu Zeugen zu vermeiden. Sie wollen ihrer Arbeit nachgehen, ohne gestört oder gar entdeckt zu werden. Deshalb halte ich es für so gut wie ausgeschlossen, dass jemand einsteigt, wenn er weiß, dass Leute im Haus oder in der Wohnung sind.

Das Opfer in Dormagen hatte den Einbruch zunächst nicht bemerkt. Wie hätte die Frau sich verhalten sollen, wenn sie dem Einbrecher begegnet wäre?

Arnold Gottseidank kommt so etwas sehr selten vor. Opfer sollten sich auf jeden Fall immer die Frage stellen: Was ist mir wichtiger? Meine Gesundheit oder die 50 Euro oder der Gegenstand, der mir von dem Einbrecher vielleicht weggenommen wird. Niemand sollte in so einer Situation den Helden spielen und sich selbst in Gefahr bringen. Wichtig ist, sich Details für eine gute Täterbeschreibung zu merken - und dann so schnell wie möglich die 110 zu wählen und die Polizei zu informieren.

Nicht einfach, in so einer Situation kühlen Kopf zu bewahren . . .

Arnold Wenn ein Fremder in die Privatsphäre eindringt, steht wohl jeder stark unter Stress. Ein Patentrezept, wie man sich da beruhigen kann, gibt es leider nicht. Aber man kann versuchen, sich zu merken, was an dem Täter besonders auffällig ist: Ist er 1,50 Meter klein oder zwei Meter groß? Erscheint er kindhaft? Gibt es Hinweise auf seine Herkunft? Hatte seine Jacke einen auffälligen Schriftzug? Trug er eine ungewöhnliche Hose, etwa mit Schottenmuster?

Hat es in der letzten Zeit in Dormagen beziehungsweise im Rhein-Kreis Angriffe von Einbrechern auf Opfer gegeben?

Arnold Nein. Nur eine Bande Maskierter, die bei Senioren an der Tür geklingelt und diese dann überfallen hat. Aber das waren keine Einbrecher, sondern Räuber. Diese Täter konnten übrigens ermittelt werden.

MIT POLIZEISPRECHER HANS-WILLI ARNOLD SPRACH STEFAN SCHNEIDER.

(NGZ)