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Aktiv im Sommer unterwegs: Auf den Wellen des Rheins dahingleiten

Aktiv im Sommer unterwegs : Auf den Wellen des Rheins dahingleiten

Rudern auf dem Rhein – ein besonderes Erlebnis, das in Dormagen wie in Neuss von vielen Sportlern geteilt wird.

Rudern auf dem Rhein — ein besonderes Erlebnis, das in Dormagen wie in Neuss von vielen Sportlern geteilt wird.

Uta Strusch am Steg der DRG Bayer. Foto: Berns, Lothar (lber)

Kraftvoll gleitet der "Vierer mit" auf dem Wasser des Rheins. Die vier Ruderer und der Steuermann im Boot der Dormagener Rudergesellschaft (DRG) Bayer sind bereits morgens vom Bootshaus Piwipp in Rheinfeld aus gestartet. Auf den Wellen dahingleitend oder sie durchfahrend bieten sich den Sportlern tolle Blicke auf die Rheinufer zwischen Köln und Düsseldorf: Gerudert wird nicht nur von Dormagenern, auch der Neusser Ruderverein, der nächstes Jahr 100 Jahre alt wird, bringt jede Woche zahlreiche Ruderboote aufs Wasser.

Rund 14 Jahre jünger als der Verein der Neusser Ruderkameraden ist die Dormagener Rudergesellschaft (DRG) Bayer, doch auch dort sind Kondition, Kraft und Kameradschaft gefragt. Für Ulrich Milbacher ist Rudern ein optimaler Sport: "Er verbindet Spaß mit Technik und Kraft — und das alles in der Natur." Der 56 Jahre alte Rheinfelder ist nicht nur seit mittlerweile 46 Jahren begeisterter Ruderer und vertritt als stellvertretender Vorsitzender der Dormagener Rudergesellschaft Bayer rund 100 Mitglieder, sondern ist auch Rennruderer, der jedoch vor allem auf dem Fühlinger See trainiert. "Das macht mir mehr Spaß als das Rudern auf dem Rhein", sagt er.

Auf dem Fühlinger See trainiert er vor allem in der Bootsklasse Zweier Ohne: "Das ist ja die eigentliche Königsklasse, nicht der Achter", sagt er mit einem Augenzwinkern. Denn es sei schwieriger, zu zweit ohne Steuermann die Riemenschläge miteinander zu koordinieren und das Boot auf Kurs zu halten als in dem größeren Boot mit Steuermann: "Um geradeaus fahren zu können, muss man ein gutes Gespür dafür haben, gleich viel Energie ins Wasser zu bringen."

Doch auch auf dem Rhein ist ein Gleichschlag der Ruderblätter der Riemen oder Skulls erste Voraussetzung dafür, dass sich das Boot ohne störenden Ruck fortbewegt. Auf dem beweglichen Rollsitz hin- und hergleitend, bringen die Ruderer mit Hilfe der ziehenden Arme an den Rudern und durch ein Abstützen der Füße auf dem Stemmbrett die Kraft aufs Wasser. Sie sitzen mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, nur der Steuermann blickt in die "richtige" Richtung. Wird ohne Steuermann gefahren, kümmert sich der Ruderer im Bug um die Steuerung des Bootes.

Vor dem ersten Schlag im Rhein-Wasser steht für die DRG-Mitglieder jedoch jedes Mal der Schweiß: Die Boote müssen vom Bootshaus Piwipp über Stufen und Schrägen eine "Etage" tiefer zum Steg, der Pritsche, getragen werden. Dort lässt es die Rudermannschaft dann über eine Rolle ins Wasser gleiten, bevor es an einer Leine parallel zum Holzsteg geführt wird, damit die Besatzung einsteigen kann. Wenn der Steuermann als erstes an Bord ist, treten die übrigen Ruderer mit einem Bein auf den Balken vor ihrem Rollsitz und stoßen sich möglichst synchron mit dem anderen Bein von der Pritsche ab, wobei sie die Skulls in beiden Händen halten, um das Gleichgewicht des Bootes zu bewahren. Mit ein paar vorsichtigen Schlägen gleitet das Boot auf den Rhein, dann heißt es: "Alles voraus und los." Beim Zurückkommen muss der Steuermann eine "Gegenstromanlege" an der Pritsche vollführen, um jederzeit manövrierfähig zu bleiben.

Heute am "Tag des Ruderns" können Ruderwillige zum DRG-Bootshaus am Straberg-Nievenheimer See kommen, das südlich vom Badebereich gelegen ist. Von 10 bis 18 Uhr gibt es ein Ruder-Testtraining.

(NGZ)