1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Rhein-Kreis Neuss: Auch Kreiskrankenhäuser suchen Partner

Rhein-Kreis Neuss : Auch Kreiskrankenhäuser suchen Partner

Das "Lukas" prüft Kooperationen im Rheinland. Auch Krankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich machen mit.

Die rheinische Krankenhaus-Landschaft ist spürbar in Bewegung. Private Gesellschaften und auch kirchliche Träger bilden starke Verbünde, kommunale Kliniken sehen sich einer vitalen Konkurrenz gegenüber. Daher folgt das Neusser Lukaskrankenhaus einer Einladung aus Leverkusen, um gemeinsam nachzudenken, wie die Häuser künftig besser kooperieren können, um sich mit weiteren kommunalen Krankenhäusern gemeinsam besser gegenüber der privaten Konkurrenz wappnen zu können. Wie im Laufe der Woche bekannt wurde, gehören neben dem Lukaskrankenhaus auch die beiden Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich zum Kreis der zehn eingeladenen Krankenhäuser. "Ich fahre nach Leverkusen", sagt Ralf Nennhaus, "und ich werde auch eine Reihe von Lösungsansätzen einbringen." Für den Krankenhausdirektor ist wichtig, dass Gastgeber Leverkusen mit den Unternehmensberatern von Kienbaum einen unabhängigen Gutachter und Moderator eingeschaltet habe, der an einem neutralen Ort zum Workshop bitte. Nennhaus will gern mitwirken, so dass "die kommunale Krankenhaus-Familie gestärkt wird".

Die Kreiskrankenhäuser in Dormagen (l.) und Grevenbroich beschäftigen sich mit möglichen Kooperationen in der Region. Foto: Rhein-Kreis, M. Reuter

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützt den "guten Ansatz", der zugleich eine "strategische Überlebensnotwendigkeit" sei. Die kommunalen Krankenhäuser müssten im Sinne der Daseinsfürsorge und der bürgernahen Versorgung gestärkt und ausgebaut werden: "Das kann und soll auch durch eine stärkere Einbeziehung mit ambulanten Netzwerken erfolgen."

Grünen-Fraktionschef Erhard Demmer begrüßt es, dass die beiden Kreiskrankenhäuser einbezogen werden: "Die Grünen unterstützen jedenfalls Kooperationen im Kreis und darüber hinaus." Dass die CDU trotz Mehrheit in Stadt Neuss und Rhein-Kreis eine solche Zusammenarbeit der beiden Kreiskrankenhäuser mit dem Neusser "Lukas" nicht herbeiführen könne, lasse nur einen Schluss zu: "Es ist von der Mehrheit nicht nur nicht gewollt, sondern auch nicht gekonnt."

Der Weg zur Kooperation unter den drei kommunalen Krankenhäusern im Rhein-Kreis führt also über Leverkusen. Die Ideen des dortigen Klinikum-Chefs Hans-Peter Zimmermann stoßen auch in Solingen auf Zustimmung. "Wir sind offen für einen konstruktiven Dialog", sagt der stellvertretende medizinische Direktor Dr. Peter Schmiegelow. Es sei stets überlegenswert, wo und wie man Ressourcen bündeln könne. Mit welchen möglichen Angeboten Solingen in die Gespräche gehen wird, will der Leiter des Pathologischen Instituts im Vorfeld der Zusammenkunft nicht diskutieren. Der Geschäftsführer des Wermelskirchener Krankenhauses, Christian Madsen, sieht der Einladung Zimmermanns im März gelassen entgegen: "Wir gucken uns das mal an."

Für das Neusser "Lukas" wird Geschäftsführer Sigurd Rüsken nach Leverkusen reisen. Er hat grünes Licht von Thomas Nickel erhalten. Es sei richtig, sagt der Verwaltungsratsvorsitzende, jetzt ohne finanzielle Not und ohne zeitlichen Druck rechtzeitig Strategien zu entwickeln, ehe Kommunen irgendwann über den Verkauf oder gar die Aufgabe von Kliniken nachdenken müssten. Beispiele von Krefeld über Düsseldorf bis nach Wuppertal seien bekannt. Die drei kommunalen Krankenhäuser im Kreis sollen nicht in Gefahr geraten — darüber sind sich Nickel und Nennhaus einig.

(NGZ/ac)