Auch im Rhein-Kreis Neuss: Erftverband setzt auf eigenen Strom

Auch im Rhein-Kreis Neuss : Erftverband setzt auf eigenen Strom

Mehr als ein Drittel der benötigten Energie wird aus eigenem Klärgas gewonnen.

Neben der Trinkwasserversorgung ist der Hochwasserschutz eine Aufgabe des Erftverbands, der in seinem 1900 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet auf einer Strecke von 1302 Kilometer die Erft und ihre Nebengewässer pflegt und unterhält. Mäharbeiten in den Uferbereichen gehören neben der naturnahen Umgestaltung der Gewässer zum Arbeitsgebiet.

Dabei legt der Verband Wert darauf, bei der Mahd ökologisch sinnvoll vorzugehen. So werde im Sinne des Insekten- und Vogelschutzes häufig abschnittsweise gemäht, so dass Rückzugsräume verblieben. Zusätzlich lege der Verband zum Insektenschutz und zur Entwicklung der Artenvielfalt Blütenstreifen und Blühwiesen an, beispielsweise an der Swist im Retentionsraum bei Miel. Dort hätten sich „großartige Wiesen mit Margeriten und Malven“ entwickelt.

In diesem Jahr hat der Erftverband bei Rommerskirchen-Anstel im Rahmen der Rekultivierung des Gillbachs eine Obstgehölzwiese gepflanzt und die Fläche mit einer artenreichen Wiesenmischung aus heimischem Saatgut eingesät, hieß es weiter. Spätestens im nächsten Frühjahr werde sich die Fläche, der weitere folgen sollen, zu einem Blühstreifen entwickelt haben.

Zufrieden ist der Erftverband, dass er im letzten Jahr den Gesamtstromverbrauch senken konnte und er mehr als ein Drittel des zur Abwasserreinigung benötigten Stroms aus eigenem Klärgas erzeugen kann. „Seit 2006 konnten wir den Stromverbrauch unserer Kläranlagen kontinuierlich von 43,3 Millionen Kilowattstunden auf 33,2 Millionen Kilowattstunden im vergangenen Jahr senken“, sagte Bernd Bucher, Vorstand des Verbands. „Mehr als ein Drittel dieses Strommenge – rund zwölf Millionen Kilowatt – erzeugen wir mittlerweile aus dem Klärgas und zu einem geringeren Teil aus Photovoltaikanlagen.“ Das bei der Abwasserreinigung anfallende Gas werde in 16 der 33 Kläranlagen des Erftverbands in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt und direkt auf den Kläranlagen genutzt.

Schlussendlich freute sich der Erftverband, die neue Klärschlammanlage auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nord in Betrieb genommen zu haben. An den Gesamtkosten von rund elf Millionen Euro haben sich Bund und Land mit rund fünf Millionen Euro beteiligt. Auch dort  wird das gewonnene Klärgas direkt auf der Anlage verstromt.

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