Prozessauftakt Albaner als Homejacker angeklagt

Prozessauftakt · Fast ein halbes Jahr nach ihrer spektakulären Festnahme wird ab Donnerstag, 21. November, drei jungen Albanern vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gemacht. Sie müssen sich, so bestätigte Richter Dr. Ulrich Thole auf Nachfrage, unter anderem für 14 Autodiebstähle verantworten, die sie unter anderem in Meerbusch-Osterath und Büderich, in Jüchen aber auch in Neuss-Selikum verübten.

Alles Fälle, die wegen der Tatausführung als "Homejacking" bezeichnet wurden, Anfang des Jahres in der Region gehäuft auftraten und deshalb zur Bildung der Ermittlungskommission "Homejacking" bei der Polizei Neuss führten. Bei den Angeklagten in diesem ersten Homejacking-Prozess handelt es sich um drei Albaner im Alter von 15, 18 und 24 Jahren ohne festen Wohnsitz in Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die drei Teil einer Bande waren, die von Belgien aus auch im Kreis Neuss operierte. Bei den 14 vorliegenden Fällen entwendeten sie Luxuswagen im Wert von 400.000 Euro. Hinzu kommen Bargeld, Schmuck und elektronische Geräte im Wert von 50.000 Euro, die sie in den Häusern zusammenrafften, in die sie auf der Suche nach den Zündschlüsseln für die ausgespähten Nobelkarossen eingedrungen waren; während die Bewohner friedlich schlummerten.

Manchmal scheiterten die Einbrecher auch. Zum Beispiel in Strümp, wo sie Anfang April den für Thole spektakulärsten Coup zu landen versuchten. Sie bogen das Gitter vor einem Kellerfenster so weit auseinander, bis eine Lücke von gerade einmal 19 Zentimeter Breite entstanden war. Durch diese zwängte sich der 15-Jährige. Als er aber das Fenster berührte, löste er die Alarmanlage aus. Der so aus dem Schlaf gerissene Hausbesitzer feuerte einen Warnschuss aus dem Fenster ab, konnte aber nicht verhindern, dass die Drei mit seinem Audi S3 flohen.

Festgenommen wurde das Trio knapp acht Wochen später in Epsendorf. Die Albaner waren einer Zivilstreife auf der Raststätte Vierwinden an der A 46 aufgefallen. Als sie kontrolliert werden sollten, starteten die Ganoven den Daimler, den sie in der gleichen Nacht in Erkelenz gestohlen hatten, rammten den Polizeiwagen und flohen Richtung Neuss. In Holzheim wollten sie auf die A 46 in Gegenrichtung wechseln, donnerten dabei gegen eine Ampel und mussten ihr Auto zurücklassen. Sie flohen zu Fuß, Polizeihunde im Nacken und aus der Luft von einem Hubschrauber gejagt. Gestellt wurden sie aufgrund eines Hinweises in einem Carport. -nau

(NGZ)
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