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Aktion "Blühpatenschaft" der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach startet

Insektenschutz im Rhein-Kreis : Landwirte bieten „Blühpatenschaften“ an

Rund vierzig Landwirte aus dem Rhein-Kreis und Mönchengladbach beteiligen sich an der Aktion „Blühpatenschaft“. Dabei geht es sowohl um Insektenschutz als auch darum, Rückzugsraum für Feldvögel und Niederwild zu schaffen.

1000 Ouadratmeter Fläche stellt Willi Feiser vom Spargelhof in Gohr zur Verfügung, 1000 Quadratmeter, auf denen es im späteren Frühjahr, Sommer und im Herbst bunt blühen soll und wo sich unter anderem Wildbienen und Wespen so richtig wohlfühlen sollen. Voraussetzung jedoch ist, dass sich genügend Personen, Vereine, Firmen finden, die bereit sind, für eine Mindestfläche von 50 Quadratmetern eine Patenschaft zu übernehmen. Natürlich können auch größere Areale ausgesucht werden. Zahlen müssen die Paten dann zwischen 40 und 60 Cent für den Quadratmeter.

Rund 40 landwirtschaftliche Betriebe, teilt die Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach mit, sind bei der Aktion „Blühpatenschaft“ dabei. Und nicht nur das, die meisten Landwirte haben längst selbst blühende Flächen auf ihren Feldern angelegt. „Allein im vergangenen Jahr waren es weit über 160 Hektar, eine Fläche von 230 Fußballfeldern, die Landwirte im Rhein-Kreis Neuss und Mönchengladbach angelegt haben. Wir werden das auch weiter tun, um unseren Teil der Verantwortung für den Insektenschutz gerecht zu werden“, sagt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Wolfgang Wappenschmidt. Seiner Meinung nach sei Insektenschutz aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Daher möchten wir allen, die über keine geeigneten Flächen verfügen, die Möglichkeit geben, sich aktiv zu beteiligen“, so Wolfgang Wappenschmidt weiter.

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Damit auch möglichst viele die bald blühenden Parzellen/Streifen sehen, hat sich Familie Feiser dazu entschlossen, sie am Radweg entlang der B477 um Gohr anzubieten. „Vielleicht stellen wir auch noch einen Tisch und eine Bank auf“, meint er. Einige Unternehmen hat der Landwirt schon angeschrieben und auf die Aktion aufmerksam gemacht. Er selbst ist ganz begeistert von seinen eigenen blühenden Flächen. „Es ist wirklich interessant, was sich dort alles tummelt“, sagt Feiser.

Wie lange eine Patenschaft dauert, das machen Paten und Landwirte individuell aus. Nach Abschluss des Vertrags kauft der Landwirt das Saatgut, eine heimische Blühmischung, sät es Ende April/Anfang Mai aus und erhält die blühende Fläche bis Ende Oktober/Anfang November. Zu dieser Zeit wird auf den Flächen nicht gedüngt. Die Paten werden nach der Einsaat über den Fortschritt der Aktion informiert und können sich natürlich „ihre“ Fläche stets ansehen. Sie erhalten sogar eine Patenschaftsurkunde und werden, wenn sie es wünschen, auf einer Infotafel namentlich aufgeführt.

Wappenschmidt nennt die Ursachen des Insektensterbens vielfältig. Eine sei sicher die fortschreitende Versiegelung der Landschaft. Wenn die Aktion erfolgreich ist, dann möchten die Landwirte sie im nächsten Jahr fortsetzen. Weitere Infos gibt es auch unter 02181 3280 bei der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach.