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Zwei Jugendliche nach Einbruchserie in Remscheid festgenommen

Clubhaus verwüstet : Zwei Jugendliche nach Einbruchserie in Remscheid festgenommen

Nach zahlreichen Einbrüchen, Vandalismus in Jugendeinrichtungen und Spritztouren mit geklauten Autos hat die Polizei nun zwei Verdächtige in Remscheid festgenommen. Sie sind erst 15 und 18 Jahre alt.

In den vergangenen Wochen kam es in Remscheid vermehrt zu Einbrüchen. Die Täter drangen in Wohnungen, aber auch in Schulen und Jugendeinrichtungen ein. Beispielsweise wurden das Clubhaus der SG Hackenberg und das Jugendzentrum „Die Welle“ verwüstet. Insbesondere in den Jugendeinrichtungen verursachten sie durch Vandalismus einen hohen Sachschaden. Darüber hinaus gelangten sie über „auf Kipp“ gestellte Fenster in Wohnungen. Aus zwei Wohnungen stahlen die Einbrecher Autoschlüssel und fuhren anschließend mit den Fahrzeugen herum. Einen Mazda setzten sie nach ihrer Spritztour in einem Wald in Brand.

Am Donnerstag, 10. September, gegen 4.40 Uhr wurden nun der Polizei zufolge zwei Tatverdächtige an der Hügelstraße festgenommen. Die 15- und 18 Jahre alten jungen Männer werden verdächtigt, für eine Vielzahl von Einbrüchen verantwortlich zu sein. Insbesondere der 18-Jährige ist bereits erheblich polizeilich in Erscheinung getreten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete seine Inhaftierung an. Der 15-Jährige wurde gegen Auflagen von einer Untersuchungshaft verschont. Die Ermittlungen dauern an.

Man könne hier von Taten mit „Event-Charakter“ sprechen, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert im Gespräch mit unserer Redaktion. Den Tätern sei es weniger um die Beute als um den Spaß gegangen, der für sie mit der Tat einhergehe. So wurde auf das im Waldstück gefundene Auto zuvor ordentlich eingedroschen. Der Versuch, im Innenraum des Wagens ein Feuer zu entfachen, gelang dann nur halb. Der ältere der beiden Verdächtigen sei in einem anderen Fall mit drei Mädchen in einem gestohlenen Auto angetroffen worden. Ein Fall von Angeberei.

Das Motiv könnte bei dem 18-Jährigen auch Einfluss darauf haben, ob er nach den Maßstäben Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht behandelt wird. Aktuell spreche mehr für die Taten eines Jugendlichen, als für die eines kalkulierenden Straftäters. Das war nicht sehr clever, sagte Baumert. Bei dem Einbruch in der Hügelstraße war die Beweislage klar. Sowohl das spezielle Werkzeug, das man zum Einbrechen über das Kippfenster braucht, als auch die am Tatort gestohlenen drei Zigarettenschachteln wurden bei den Festgenommenen gefunden.

(red)