Zoo-Markt in Remscheid: Polizei geht von Brandstiftung aus

Tierhandlung in Remscheid : Polizei geht nach Feuer in Zoohandlung von Brandstiftung aus

Nach dem Feuer in einer Zoohandlung in Remscheid, bei dem viele Tiere starben, gehen die Experten der Kriminalpolizei nach ersten Untersuchungen von Brandstiftung aus. Der Sachschaden wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Der Bericht des Brandsachverständigen der Kriminalpolizei Wuppertal geht von Brandstiftung beim Zoo-Markt am Neuenteich in Lennep aus, der am Samstagabend im Flammen stand. Das bestätigte am Dienstag ein Sprecher der Polizei.

Ob es sich allerdings um vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung handelt, dazu wollte sich die Polizei nicht weiter äußern. „Es handelt sich um Täterwissen. Wenn wir mehr dazu sagen, würde es die Ermittlungen behindern“, sagte ein Polizeisprecher. Einen technischen Defekt schließt die Polizei aber als Ursache aus.

Die Vernehmungen seien in vollem Gange. Auch die Eigentümer der Zoo-Handlung müssen sich gegenüber der Polizei erklären. Nach Angaben eines Polizeisprechers zählen sie „eher nicht“ zum Täterkreis. Ermittelt werde in alle Richtungen.

Die Polizei hat noch einmal genau das Geschehen in der Nacht zu Sonntag rekonstruiert. Gegen 20.10 Uhr habe ein Nachbar des Zoo-Marktes Koonen Qualm in dem Gebäude bemerkt. Er habe nachgeschaut und gesehen, dass im Inneren des Hauses Feuer loderte. Daraufhin habe er die Feuerwehr alarmiert. Beim Brand kamen zahlreiche Kleintiere zu Tode. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 100.000 Euro. Die Höhe der Summe für den materiellen Verlust der Tiere ließe sich nicht beziffern.

Der Einsatz der Feuerwehr dauerte in der Nacht zu Sonntag bis in die frühen Morgenstunden. Auch am Sonntag bis spät in den Abend kontrollierten die Einsatzkräfte das zerstörte Haus in Lennep mit Wärmebildkameras. An einzelnen Stellen hat es immer mal wieder gequalmt, berichtete Einsatzleiterin Katharina Kresse. Das sei aber bei so viel Schutt normal.

Ein Einsatz in einer Zoohandlung war auch für die Remscheider Feuerwehr Neuland. „Das war für uns das erste Mal“, sagte Katharina Kresse. Die Kollegen hätten nicht damit gerechnet, auch nur ein einziges der Tiere lebend aus dem Feuer zu holen. „Die Freude war sehr groß, als sie wenigstens noch ein paar Tiere ins Freie bringen konnten“, sagte die stellvertretende Leiterin der Feuerwehr. Viele Kaninchen, Hamster, Mehrschweinchen, Mäuse, Ratten und Vögel zählten zu den Opfern des Brandes.

Der Zoo-Markt Koonen am Neuenteich residierte in einem alten Flachdachgebäude. Der Feuerwehr zufolge habe der Teil, in dem das Feuer ausbrach, erheblich Schaden genommen. Ob der Trakt, in dem „nur“ der Rauch durchzog und die Aquarien standen, noch intakt sei, ließe sich nicht sagen.

Der Zoo-Markt Koonen habe alle Auflagen für den Brandschutz erfüllt. Ein Rauchmelder oder eine Sprinkleranlage seien vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben.

Jessica Haug, Tochter von Margit Stoltenhoff, die den Tierladen mit Achim Stoltenhoff führt, zeigte sich nach dem Einsatz der Feuerwehr am Wochenende fassungslos. Ein Lebenswerk ist abgebrannt. „In mir herrscht absolute Leere“, sagte sie.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großbrand in Zoo-Markt Koonen in Remscheid-Lennep