Remscheid: Ziel: Hospiz für Remscheid

Remscheid : Ziel: Hospiz für Remscheid

Auch in Remscheid und den kleinen Nachbarstädten sollen todkranke Menschen einen Ort für würdevolles Sterben haben. Eine neue Initiative plant ein stationäres Hospiz. Die Hürden sind jedoch noch hoch.

Remscheid soll ein stationäres Hospiz bekommen. Dieses Ziel einte die rund 40 Vertreter von Hospizgruppen, Sozialverbänden, gemeinnützigen Organisationen, Kirchen, Krankenkassen, Kliniken oder Serviceclubs, die am Mittwochabend erstmals zusammenkamen. Ihnen ist aber auch klar: Der Weg dorthin ist noch sehr, sehr weit. Erster Schritt ist am 25. April die Gründung eines Vereins, der das Thema vorantreiben soll.

Eingeladen hatte Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes und Präsident des Lions Clubs Remscheid. Schon länger mit dem Thema beschäftigen sich die Ökumenische Hospizgruppe und der Rotary Club Remscheid mit dem Thema.

Sterben in Würde

Remscheid laufe der Entwicklung hinterher, sagte Prof. Artur Wehmeier. Der Chefarzt der Onkologie am Sana-Klinikum hat Patienten, die eine Hospizunterbringung benötigen: todkranke Tumorpatienten, die wegen der Schwere ihrer Symptome nicht mehr zu Hause gepflegt werden können. Zwangsläufig übernähmen die Palliativstation oder Pflegeheime ihre Betreuung; angemessener würden diese Menschen in einem Hospiz auf ihrem letzten Weg begleitet und versorgt. In Solingen und Wuppertal gibt es längst stationäre Hospize. Sie würden Patienten aus Remscheid aufnehmen, "aber dorthin möchte niemand", sagt Wehmeier. Auch im Sterben ist vielen Menschen die Heimatnähe wichtig.

Sechs bis acht Plätze sollte ein Hospiz in Remscheid haben. Diese Größe sei aber nur zur realisieren, wenn der Einzugsbereich auch Teile des Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreises umfasse. Vertreter der Hospizgruppen Wermelskirchen und Hückeswagen waren an dem Abend anwesend. Allein die Baukosten bezifferte Anwalt Rainer Maus mit zwei Millionen Euro. Im Betrieb kostet ein Hospizplatz 250 Euro am Tag, 80 Prozent der Kosten werden durch Sozialversicherungsträger gedeckt.

Hohe Hürden also für die Hospizbewegung. Mut machte den Remscheidern Arno Gerlach von der Christlich-Hospiz-Stiftung Wuppertal. Unter ihrem Dach sind ambulante und stationäre Hospizarbeit vereint. Mit der Jackstädt-Stiftung hat sie einen finanzstarken Unterstützer. Gerlach versicherte: "Sie sind auf dem richtigen Wege." Sterben gehöre zum Leben und dürfe nicht versteckt werden. Sein Rat: Die neue Bewegung solle von vornherein alle Interessierten mitnehmen und keine Konkurrenz aufkommen lassen. In diesem Sinne wollten die Initiatoren den Abend als Initialzündung verstanden wissen. Auf dem langen Weg zum Hospiz ist jede Begleitung willkommen.

(RP)