Zentrum für Alter und Pflege in Remscheid ist startbereit

Tannenhof in Remscheid : Zentrum für Alter und Pflege startbereit

Die Stiftung Tannenhof wartet auf grünes Licht, um eine Beratungsstelle für Probleme alter Menschen einzurichten.

Die Stiftung Tannenhof hat sich in Kooperation mit der Diakonie Aprath beim Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales darum beworben, ein „Zentrum für Alter und Pflege“ einrichten zu dürfen. Dieses Regionalzentrum wäre zuständig für die Bürger im Städtedreieck und für weite Teile des Oberbergischen- und Rheinisch-Bergischen Kreises. Doch bisher fehlt die Genehmigung aus Düsseldorf.

Der Kaufmännische Direktor Dietmar Volk wartet seit ein paar Wochen auf Antwort vom Ministerium. Sie sollte eigentlich schon im Sommer vorliegen. „Ich weiß nicht, woran es liegt“, sagt Volk. Das Bergische Land ist die einzige Region in NRW, die noch keinen Bescheid erhalten hat. Auf Anfrage ließ das Ministerium mitteilen, erst in der nächsten Woche Auskunft geben zu können. Zunächst müssten noch externe Informationen eingeholt werden. Volk: „Wir warten auf grünes Licht.“ Ein solches Zentrum sei Teil der Daseinsvorsorge in der Region.

Dietmar Volk ist Kaufmännischer Direktor der Evangelischen Stiftung Tannenhof. Foto: Jürgen Moll. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Das „Zentrum für Alter und Pflege“ würde das Demenz-Servicecenter der Stiftung ablösen. Nach zehn Jahren ist die Förderung des Projektes bereits im Sommer ausgelaufen. „Mit dem Zentrum wollen wir uns konzeptionell neu aufstellen“, sagt Volk. Ziel der Regionalbüros ist es, Versorgungsstrukturen so weiterzuentwickeln, dass Menschen mit Pflegebedarf sowie pflegende Angehörige mit ihren Problemen nicht alleine gelassen werden. „Im Vergleich zum Demenz-Servicezentrum erweitern wir das Beratungsangebot. Demenz ist nur noch ein Thema unter vielen des neuen Zentrums“, sagt Volk.

Sechs Stellen für Sozialarbeiter hat der Tannenhof ausgeschrieben. Sie sollen in vielen Fragen unterstützen. Welche Hilfen gibt es, um weiter in der eigenen Wohnung leben zu können? Braucht es einen Umbau, mehr Begleitung, mehr Pflege? Ziel ist es, dass alte Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben und Kontakt zu ihrem Umfeld haben können. „Wir schauen auch darauf, ob die Anbieter die qualitativen Standards erfüllen“, sagt Volk.

Umfassende Beratung steht im Mittelpunkt. Krankheiten verändern das Leben. Und Demenz verändert den Menschen fast bis zur Unkenntlichkeit. Das ist ein bitterer, leidvoller und schmerzlicher Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann. Die Angehörigen stehen daher vor der täglichen Herausforderung, sich immer wieder auf das unberechenbare Verhalten der Kranken einzustellen.

Ein Großteil der Betroffenen lebt weiterhin im häuslichen Umfeld. Unterstützt und gepflegt werden sie in den meisten Fällen von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn. In Remscheid sind es 2000 Menschen nach Erhebungen des Servicezentrums.

Der Verlust des Gedächtnisses ist der auffälligste, aber nicht der einzige Ausdruck einer schweren Hirnleistungsstörung. Häufigste Ursache ist die Alzheimer Erkrankung, eine hirnorganische Krankheit. Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit.

Insbesondere Angehörige fühlen sich oftmals mit den Problemen allein gelassen. Häufig kommen sie an die Grenze der Belastbarkeit. Das „Alzheimer-Café“ der Stiftung Tannenhof bietet bereits seit vielen Jahren Unterstützung an. Sei es beim Austausch mit anderen Betroffenen oder aber bei konkreten Fragestellungen an die Experten, welche die Treffen im Wechsel moderieren. Das wird auch weiter so bleiben.