Zahl der Konzertbesucher nimmt ab

Kultur in Remscheid : Zahl der Konzertbesucher nimmt ab

Im Schnitt ist der Theatersaal pro Vorstellung zur Hälfte gefüllt. Ein Aufzug soll eingebaut werden.

Menschen mit Gehbehinderung können wahrscheinlich im nächsten Jahr Veranstaltungen im Foyer des Teo Otto Theaters besuchen. Der Kulturausschuss hat empfohlen, einen Aufzug einzubauen. Die Kosten liegen bei 153.000 Euro. Kulturdezernent Sven Wiertz sagte, dieses Geld sei im Etat des Gebäudemanagements vorhanden. Vorbei sind dann die unwürdigen Zeiten, in denen behinderte Menschen von der Feuerwehr die Treppen hochgetragen werden mussten. In dem denkmalgeschützten Gebäude wird der Aufzug an der Seite zur Tiefgarage eingebaut. Kurz vorm Eingang ins frühere Raucherfoyer, direkt an der Treppe, erreicht er die erste Etage.

Ob ein neuer Aufzug dazu beitragen kann, dass mehr Menschen ins Theater gehen, bleibt wohl nur die vage Hoffnung von unverbesserlichen Optimisten. Denn ein Blick auf die Abonnentenzahlen zeigt, dass die Zahlenkurve weiter leicht nach unten geht. 787 Bürger kauften für die laufende Spielzeit ein Abonnement. Das ist das zweitschlechteste Ergebnis in den vergangenen sechs Spielzeiten. Der Absturz auf 703 Abos in der Spielzeit 2016/17 war die Folge eines radikal zusammengestrichenen Angebots. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Stadt
18 Abonnements weniger verkauft. Die meisten Theaterbesucher entscheiden sich für ein Wahl-Abo (355). Die Zahl könnte sich noch erhöhen, da Wahl-Abos auch während der Spielzeit gekauft werden. An zweiter Stelle stehen die Konzert-Abos (210). In den vergangenen sechs Spielzeiten haben die Bergischen Symphoniker ein Viertel der Abonnenten verloren.

Das Philharmonische Konzert besuchen nicht nur die 210 Abonnenten. Im Schnitt werden 144 Karten an der Abendkasse verkauft. Bei einer Platzausnutzung von 57 Prozent der Philharmonischen Konzerte gibt es keine Schwierigkeiten für Kurzentschlossene, noch Karten zu erwerben. Wer allerdings die Bergischen Symphoniker in der Reihe „on fire“ hören will, muss rechtzeitig Tickets reservieren. Alle drei Auftritte waren ausverkauft. An diese Zahl von 100 Prozent Platzausnutzung reichen nur wenige Aufführungen heran. Dazu zählen: Der Nussknacker, Shadows in Motion, Rockin’ around the Xmas tree und Saturday Night Fever. Mit 27.241 Besuchern erreicht das Theater in etwa die Werte der Vorjahre. Das Überspringen der 30.000 scheint aber in weiter Ferne. Der Orchestersoli hat die Musikliebhaber vom Konzertbesuch nicht abgeschreckt. Nachdem die im Wirtschaftsplan eingepreisten Erträge zunächst nicht erreicht wurden, beschloss der Rat 2017, die Preise fürs Konzert mit Orchester noch mal um zehn Prozent zu erhöhen. Zuvor lag die Steigerung bei 20 Prozent. Die Einnahmen stiegen auf 39.000 Euro. Erwartet wurden 36.000 Euro. Das Geld soll helfen, den Betrieb der Orchester GmbH abzusichern. Die Stadt zahlt für das Orchester einen Betriebskostenzuschuss von etwa zwei Millionen Euro.

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