Weiterführende Schulen in Remscheid beraten gemeinsam

Weiterführende Schulen beraten erstmals gemeinsam bei der Anmeldung : Schulkarriere – Beratung soll Eltern mehr Sicherheit geben

Bildungsbrüche vermeiden – so lautet seit einigen Jahren das erklärte Ziel der „Bildungslandschaft Lennep“.

Die Hauptschule Hackenberg, die Albert-Schweitzer-Realschule und das Röntgen-Gymnasium beraten gemeinsam Eltern und Kinder, die mit dem Abschlusszeugnis der Grundschule in der Tasche auf der Suche nach jener weiterführenden Schule sind, die den Möglichkeiten des Nachwuchses entspricht. Der gute Ruf des Modells, das auch andere Kooperationen beinhaltet, drang sogar bis in Schul-Ministerium

Für das kommende Schuljahr wird dieses Verfahren erstmals gemeinsam von allen weiterführenden Schulen in Remscheid praktiziert. Die erste Anmelderunde im einheitlichen Anmeldeverfahren findet vom 2. bis zum 5. Februar jeweils von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr statt Die zweite Runde läuft am 17. und 18. Februar.

Die nun stadtteilübergreifende Zusammenarbeit ist aus der Erfahrung erwachsen, dass bei nicht ganz eindeutigen Empfehlungen durch die Grundschule Unsicherheit herrscht – in beide Richtungen. Die eine Familie habe Angst, dass ihr Kind am Gymnasium nicht klar kommt, die andere glaubt, dass der Nachwuchs etwa auf der Realschule unterfordert ist, sagt Jörg Bergemann, Leiter der Albert-Schweitzer-Realschule in Hackenberg.

Die Praxis sieht so aus, dass Eltern und Kinder sich zunächst in der Schulform beraten lassen sollen, die von der Grundschule empfohlen wird, erklärte Thomas Giebisch, Rektor des Leibniz-Gymnasiums in Lüttringhausen, in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Im Anschluss besteht dann die Möglichkeit, auch bei den anderen Schulformen vorzusprechen.

Die Lenneper Erfahrungen zeigen, dass die Zahl der nachträglichen Schulwechsel durch diese Form der Beratung deutlich weniger geworden sind. Die von vielen als Niederlage empfundene so genannte Abschulung (etwa der Wechsel vom Gymnasium zur Realschule) kann weitgehend vermieden werden. „Wir wollen den Familien so viel Sicherheit wie möglich geben“, beschreibt Bergemann das Ziel der weiterführenden Schulen. Möglich sei dies auch, weil die Schulen in keinem Wettbewerb um Schüler stehen.

Im Schulausschuss versprachen die Schulleiter auf Nachfrage der Politik, dem Ausschuss einen Bericht über die Erfahrungen mit dem einheitlichen Anmeldeverfahren vorzulegen. Das wird allerdings erst in zwei Jahren sein. Dann ist die in den Klassen 5 und 6 stattfindende Erprobungsstufe in den weiterführenden Schulen abgeschlossen.