Weihnachtsmarkt in Lennep droht auszufallen

Veranstaltung in Lennep : Weihnachtsmarkt droht auszufallen

Die Organisatoren der IGR Remscheid benötigen weitere Standbetreiber für den ideellen Weihnachtsmarkt in Lennep.

Zum dritten Mal richtet Rollsportverein IGR Remscheid in diesem Jahr den ideellen Weihnachtsmarkt in der Lenneper Altstadt aus. Am Sonntag, 8. Dezember, treten die Rollsportler als Ausrichter der Großveranstaltung auf, die sie im Jahr 2017 in größter Not übernommen hatten. „Wir wollen den Schulfördervereinen, Elterninitiativen und kleinen Sportvereinen die Möglichkeit geben, sich einem großen Publikum vorzustellen und klamme Kassen aufzufüllen“, betont der Vereinsvorsitzende Georg Feldhoff.

Zweimal hatte die IGR Remscheid bei der Veranstaltung riesiges Pech mit dem Wetter. Vor zwei Jahren tobte ein Schneesturm und verdarb das Geschäft auf dem Alten Markt, 2018 trübten dann heftiger Regen und Sturmböen die Stimmung und zerstörten Zelte der Teilnehmer. „Die ersten beiden Jahre haben wir deshalb rote Zahlen geschrieben“, sagt Georg Feldhoff. Im dritten Anlauf soll es nun klappen. Feldhoff erinnert sich an 2016 und das letzte Jahr in Regie der Evangelischen Kirchengemeinde. „Damals war strahlend blauer Winterhimmel und der Markt brechend voll.“

Darauf hofft die IGR Remscheid in diesem Jahr auch. Dennoch ziehen schon jetzt dunkle Wochen auf. Denn die Organisatoren benötigen ein Minimum von 15 Standbetreibern, damit auf dem nicht-kommerziellen Markt Atmosphäre entsteht. Bislang haben sich aber nur fünf Teilnehmer für das Event angemeldet – und zwar inklusive der IGR-Sportler, die an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt Bratapfelglühwein und Crêpes anbieten wollen. Alle Anbieter der Vorjahre sind angesprochen worden. „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei, vertrösteten uns einige.“

Das hilft Georg Feldhoff und seinem Orga-Team allerdings überhaupt nicht weiter. „Wenn wir den Markt dieses Jahr ausfallen lassen müssen, wird es für uns kein nächstes Mal geben“, kündigt der enttäuschte Vorsitzende einen Schnitt an und setzt eine Deadline. „Bis nächste Woche muss die IGR Gewissheit haben, ob genug Standbetreiber zusammenkommen.“ Die Genehmigung von der Stadt für den Weihnachtsmarkt liegt zwar vor, im Zweifelsfall müsste er diese aber zurücknehmen.

Verstehen kann Georg Feldhoff nicht, dass die Resonanz auf die Veranstaltung so mager ausfällt. „Wir sind 2017 nur deshalb eingesprungen, weil es keiner mehr machen wollte.“ Die IGR wollte den ehrenamtlich organisierten Markt nicht sterben lassen. Sein Herz hängt an der Veranstaltung. „Ich sage es aus tiefster Überzeugung: Es ist einfach ein toller Markt an einer wunderschönen Location.“

Dass man die Veranstalter im Stich lasse, nehme er zwar nicht persönlich, wie er sagt, findet es aber befremdlich: „Denn wir machen die Drecksarbeit für die Kleinen.“ Georg Feldhoff erinnert daran, dass die 160 Mitglieder starke IGR Remscheid sportlich im Moment durchaus ausgelastet sei. „Wir hatten durch die Verletzungsmisere und die Hallensanierung in Hackenberg eine schwierige Zeit.“ Und sein Verein gehe mit der Ausrichtung ins finanzielle Risiko. „Allein die Gema-Gebühren kosten uns 600 Euro“, stellt Feldhoff fest.

An einer kleinen Stellschraube, um den 44. ideellen Weihnachtsmarkt attraktiver zu machen, wurde gedreht. Die Öffnungszeiten wurden verschoben. Statt um 11 Uhr geht es um 14 Uhr los, dafür aber bis 20 Uhr – zwei Stunden länger als in den Vorjahren.

„Denn wir haben festgestellt, dass sich die meisten Besucher am späten Nachmittag einfinden und die Abendstimmung mitnehmen“, sagt Georg Feldhoff. Weil es diesmal später losgeht, wird das Lenneper Bläserensemble den Weihnachtsmarkt übrigens aus Termingründen nicht eröffnen.

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