Remscheid: Weihnachten im Jazz-Gewand

Remscheid: Weihnachten im Jazz-Gewand

Eine Mischung aus Jazz-Standards und klassischen Weihnachtsstücken brachte Leslie Searle mit seinem Ensemble auf die Bühne. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt.

Was das Wetter nicht schaffte, gelang Leslie Searle beim beliebten Christmas Jazz auf ein Leichtes: Zum dritten Advent sorgte der Pianist mit seinen drei Mitmusikern im Foyer des Teo-Otto-Theaters für beste vorweihnachtliche Stimmung. Dabei bot die gelungene Mischung aus klassischen Weihnachtsstücken im Jazz-Gewand und zahlreichen Jazz-Standards stets kurzweilige Abwechslung, die dennoch wie aus einem Guss daherkam. Die Zuhörer freute es: Beifall, wippende Füße und verträumte Gesichter prägten das Bild. Kurzum, ein Konzert mit musikalischer Wohlfühlgarantie.

Ob sanfte Melodien, schmissige Tonfolgen, gleitender Groove oder stets wohl platzierte Kabinettstücke an den Instrumenten - was das Quartett um Leslie Searle an diesem dritten Advent auf die Bühne brachte, überzeugte auf ganzer Linie. So wurde aus dem Klassiker "Santa Clause is coming to town" eine swingende Nummer, die neben der beliebten, zeitlosen Melodie vor allem mit einigen Raffinessen an Gitarre und Kontrabass begeisterte. Der Remscheider Johannes Beer lieferte eine überragende Leistung an seinem Sechssaiter ab, bei dem die bloße Spielkunst sich aber nie zu sehr in den Fokus drängte. Vielmehr gingen Technik und Wohlklang an diesem Abend Hand in Hand. "Für uns ist es kein Christmas Jazz, wenn wir nicht unsere großartige Sängerin dabei haben", sagte Searle vor dem ersten Auftritt von Alexandra Naumann. Die Sängerin brachte Glanz, Glamour und eine besonders warme, gefühlvolle Stimme auf die Bühne. Nicht nur durch ihren Gesang, sondern durch ihr ganzes Auftreten verlieh die Künstlerin den Stücken, in denen sie zu hören war, eine ganz eigene Note und motivierte damit scheinbar auch die Instrumentalfraktion, mit noch etwas mehr Esprit aufzuspielen.

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Besonders viel Klasse bewies Naumann, als sie nur im Duett mit dem Piano zu hören war und auf eine leise, dafür aber umso intensivere Darbietung setzte. Intensität verlieh der Meister am Piano einigen Stücken auch durch die Anekdoten, die er zu ihnen zu erzählen wusste. "Der nächste Song ist leider nicht so bekannt. Sie können ja mal raten, von wem es stammt", sagte Searle scherzhaft und spielte auf das Lied "Little Jane" an, das er zur Geburt seiner Tochter vor über vier Jahrzehnten geschrieben hat. Die durchweg fröhliche, aber dabei keinesfalls plakative Komposition gehörte zu einem der Höhepunkte eines unterhaltsamen Abends, der Freunden von Jazz und Weihnachten wohl noch lange in Erinnerung bleibt.

(hathi)
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