Mobile Redaktion Bm Diskutiert In Lennep: Wegen DOC: Wird die Altstadt autofrei?

Mobile Redaktion Bm Diskutiert In Lennep: Wegen DOC: Wird die Altstadt autofrei?

Remscheid braucht eine Veranstaltungshalle. Die Sporthalle Hackenberg könne für Feste nur ein Provisorium sein.

Bis zur Eröffnung des Designer Outlet-Centers in Lennep muss ein Parkraumkonzept für den angrenzenden historischen Stadtkern her. Darüber waren sich gestern die Teilnehmer der Mobilen Redaktion der Bergischen Morgenpost auf dem Lenneper Wochenmarkt einig. Die Mehrheit der anwesenden Politiker, Vereinsvertreter und Bürger tendierte dabei zu einer autofreien Lösung. Das wäre eine Abkehr von der jetzigen Lösung, wo Kunden und Anlieger durch die Altstadt fahren und hier auch parken können.

Foto: Moll Jürgen

Ronald Kirchner (Wählergemeinschaft) griff zur Veranschaulichung Zahlen auf, die Ingo Lückgen von der Wirtschaftsförderung genannt hatte. An einem besucherstarken Samstag würden 18.000 bis 20.000 Kunden im DOC erwartet. sagte Lückgen. Würden nur zehn Prozent der Besucher einen Abstecher in die Altstadtmachen, wären das rund 2000 Menschen. "Das ist dann so, als ob wir täglich Lenneper Sommer haben", beschrieb Kirchner das zu erwartende Gedränge im historischen Stadtkern. Dass diese Menschen ihren Citybummel machen, während um sie herum Autos durch die engen Gassen fahren, sei nicht sinnvoll, sagte Kirchner.

Foto: Moll Jürgen

Gunther Brockmann von der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) warf der Politik ängstliches Taktieren vor, weil sie die auf dem Tisch liegenden Fragen, wie das Thema Parken und Autoverkehr, vor sich her schiebe. Lothar Krebs (SPD-Ratsmitglied und alt-eingessener Lenneper) räumte ein, dass seine Partei diese Diskussion mit Sorge sieht. Sollte sich aus diesem kontroversen Thema eine Abwehrhaltung gegen die DOC-Pläne ergeben, "wäre das schädlich", sagte Krebs. Er hält sogar einen erneuten Bürgerentscheid wie beim berüchtigten Parkraum-Management-Konzept (Paramako) für möglich. Dass die Diskussion hitzig werden wird, steht für Rolf Haumann (Grüne) außer Frage. Der Handel und die Anwohner im Lenneper Rundling wären mit einer solchen Lösung sicher nicht einverstanden. "Ich kenne aber nur Lenneper, die für eine autofreie Altstadt sind", gab ein junger Marktbesucher in die Runde.

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Remscheid braucht eine Veranstaltungshalle. Darin waren sich die Teilnehmer des Gesprächs einig. Es könne nicht sein, dass die Bürger für Abiturfeiern und andere Feste immer in die Nachbarstädte ausweichen müssen. Krebs verwies darauf, dass es zu diesem Thema schon immer Überlegungen gegeben habe. Einer der Standorte war der Parkplatz vor dem Teo Otto Theater. "Doch der Stadt hat dafür das Geld gefehlt", sagt Krebs. Das Thema müsse wieder auf den Tisch. Die zurzeit geprüfte Möglichkeit, die Sporthalle Hackenberg für Feste und Bälle freizugeben, könne nur eine Übergangslösung sein, so Krebs.

"Ich bin für diese Übergangslösung, wenn die Interessen der Vereine und des Schulsports angemessen berücksichtigt werden", sagte Rolf Haumann. Vielleicht gebe es neue Möglichkeiten, wenn die Dreifachsporthalle des Röntgen-Gymnasiums fertig gebaut ist. Gunther Brockmann erinnerte daran, dass die Stadt den Karnevalisten 2013 angeboten habe, in einer städtischen Halle zu feiern. Doch die Hallen waren bisher zu klein, um die entsprechende Anzahl von Besuchern aufzunehmen.

"Ich rate von der Sporthalle Hackenberg ab, das ist nur ein Provisorium, und der Krach ist vorprogrammiert", sagte Klaus Kreutzer (Verkehrs- und Förderverein). Er brachte wieder das Grundstück an der Karlstraße ins Gespräch. Dort ließe sich bestens eine Veranstaltungshalle bauen. Wirtschaftsförderer Lückgen verwies darauf, dass die Stadt keine Gewerbeflächen für Veranstaltungshallen zu vergeben habe. Remscheid habe zu wenige Gewerbeflächen. Auch das Argument von Kreutzer, mit der Veranstaltungshalle erwirtschafte die Stadt auch Steuereinnahmen, konnte ihn nicht überzeugen. "Ich bin froh, dass ich keine Gewerbefläche weniger habe", sagte Lückgen.

(RP)