Remscheid: Weg aus dem „Affenhaus“

Remscheid: Weg aus dem „Affenhaus“

Rund 100000 Euro soll die Beseitigung des Engpasses auf der "Trasse des Werkzeugs" kosten.Wie es überhaupt zu der Peinlichkeit kommen konnte, vermag Baudezernent Kennepohl noch nicht sagen.

Rund 100 000 Euro soll die Beseitigung des Engpasses auf der "Trasse des Werkzeugs" kosten.Wie es überhaupt zu der Peinlichkeit kommen konnte, vermag Baudezernent Kennepohl noch nicht sagen.

Rund 100 000 Euro wird es nach Angaben von Baudezernent Helmut Kennepohl kosten, den Engpass auf der Trasse des Werkzeugs in Höhe der Event-Location wieder zu beseitigen. Auf die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Trasse hier entgegen der vertraglichen Vereinbarungen nicht zwei, sondern nur 1,50 Meter breit gebaut wurde, blieb Kennepohl dem Bauausschuss eine Antwort schuldig. "Wir können uns das bislang selbst nicht erklären." Die Suche nach dem Verantwortlichen gehe aber weiter. Eventuell habe sich die ausführende Baufirma nicht an die Pläne gehalten. "Die Sache ist komplex", sagte Kennepohl.

Versicherungsschaden?

Gleichzeitig prüft das Rechtsamt, inwieweit eine Versicherung bei dem entstandenen Schaden für die Stadt einspringen kann. Genauere Angaben zum Fall soll es in zwei Wochen geben, versprach Kennepohl. Der Engpass sei auch aus Sicht des Bauamtes nicht akzeptabel.

SPD-Sprecher York Edelhoff machte klar, dass seine Fraktion auf einen Umbau der Trasse bestehen wird. Beim Durchschreiten der von Zäunen eingefassten Engstelle habe er sich gefühlt wie "auf dem Weg vom Affenhaus ins Freigehege". Für ein millionenschweres Regionale-Projekt sei diese Passage nicht annehmbar.

Ähnlich wie die Wählergemeinschaft sieht Edelhoff die Verwaltung in der Verantwortung. Seit Jahren habe die Politik darauf gedrängt, die Trasse für die Stadt zu sichern. Da hätte so etwas nicht passieren dürfen. Dies sei "mehr als nur ein Schildbürgerstreich". Kennepohl sagte, dass die Stadt die Bahntrasse an dieser Stelle gerne selber hätten kaufen wollen. Nur sei das Geld dafür nie da gewesen. Aktuell habe man nur ein Wegerecht.

Auf keinen Fall, sagte Edelhof, dürfe die für die nächsten Monate geplante künstlerische Gestaltung der Trasse unter diesem Fehler leiden. die 100 000 Euro für die Beseitigung des Engpasses dürften nicht aus den Regionale-Geldern für die Trasse bezahlt werde.

An persönlichen Schuldzuweisungen war die Mehrheit im Bauausschuss nicht interessiert. Dass sich Amtsleiter Gerald Hein, der von der Wählergemeinschaft für den Schaden verantwortlich gemacht wird, zum Thema äußern musste, unterband der Ausschuss mit einem Beschluss. Hein konnte schweigen — und in Ruhe zuhören, wie die Mehrheit den Vorstoß der W.i.R. verurteilte. Es sei nicht akzeptabel, einzelne Personen der Verwaltung öffentlich so "an den Pranger zu stellen", sagte Lothar Schiffer (FDP) unter Beifall.

(RP)
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