Remscheid: Warnstreik - auch das H2O bleibt zu

Remscheid: Warnstreik - auch das H2O bleibt zu

Protestaktionen der Gewerkschaften treffen morgen den kompletten öffentlichen Dienst. 24 Stunden lang fährt kein Bus mehr, auch nicht zur Schule. Die Bäder bleiben zu. Einige Kitas stellen den Betrieb ein, andere bieten einen Notdienst.

Wer sich morgen mit den Bussen der Stadtwerke durch die Stadt bewegen will, hat ein Problem. Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst bleiben alle Fahrzeuge der Stadtwerke von vier Uhr morgens bis zur selben Zeit am nächsten Tag im Depot, sagte gestern der Leiter der Verkehrsbetriebe, Matthias Bioly. In der Spitze haben die Stadtwerke an einem Werktag 50 bis 60 Wagen auf der Straße.

Während das Szenario im ÖPNV noch aus dem Jahr 2016 bekannt ist, ist ein Streik in den Bädern der Stadt ungewöhnlich. Wie Pressesprecherin Rita Henzel mitteilte, wird das H2O in Lennep ebenso wie das Sportbad am Stadtpark am Mittwoch geschlossen sein. Auch die EWR, die Versorgungssparte der Stadtwerke, ist vom Streik betroffen. Die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme sei aber "selbstverständlich gesichert", so Henzel. Ein Notfallteam stehe bereit, um zu helfen. Ihre Bitte: Die Bürger sollen die Notrufnummern wirklich nur für Störungsmeldungen und nicht für allgemeine Fragen rund um den Streik nutzen.

Weil auch das Service-Center der Stadtwerke im Allee-Center be-streikt wird, bleibt die Service-Hotline 0800/016 41 64 geschaltet. Hier können aber nur allgemeine Fragen beantwortet werden, sagt Henzel.

Bestreikt werden auch die 20 Kindertageseinrichtungen der Stadt. Allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen. Die Einrichtungen Honsberg, Lüttringhauser Straße, Rosenhügel, Dicke Eiche, Hasenberg, Struck und Am Schützenplatz "bleiben voraussichtlich vollständig geschlossen", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Eine Notbetreuung sei für diese sieben Einrichtungen "aufgrund des fehlenden Personals nicht möglich". Alle Eltern würden von den Kita-Leitungen kurzfristig über Aushänge informiert und können ihren Bedarf für eine Notbetreuung direkt bei der Leiterin oder dem Leiter der Einrichtung anmelden, heißt es in einer Pressemitteilung. Besser dran sind Eltern, deren Kinder in die Einrichtungen Sedanstraße, Fürberg, Remscheider Straße, Henkelshof, Eisernstein, Hölterfeld, Königstraße und Am Holscheidsberg besuchen. Hier wird eine Notbetreuung angeboten.

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Keinerlei Einschränkungen gibt es in den Kitas Arnoldstraße, Vieringhausen, Kremenholler Straße, Paulstraße und Bergisch Born. Sie bleiben morgen regulär geöffnet.

Ebenfalls in der Garage bleiben morgen aller Wahrscheinlichkeit nach die Müllwagen der Technischen Betriebe (TBR), sagt die Stadt. Geplant ist, Tonnen und Sperrmüll am Folgetag abzuholen. Auch die Straßenreinigung fällt aus.

Die Gewerkschaft will mit dem Streik in der aktuellen Einkommens-Verhandlungsrunde mit der öffentlichen Hand Druck aufbauen. In der zweiten Runde in Potsdam hatten die Vertreter von Bund und Kommunen in der vergangenen Woche kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften verweisen auf die sprudelnden Steuereinnahmen im Bund. Ihre Forderung: Ein Teil dieses Geldes soll in den öffentlichen Dienst investiert werden. Schon jetzt sei es schwer, Fachkräfte zu gewinnen, sagt Torsten Helbig, Vorsitzender der Komba-Gewerkschaft in Remscheid. Im Baubereich und bei den Erziehern und Sozialarbeitern sei der Markt umkämpft. Sechs Prozent mehr Lohn fordern darum die Gewerkschaften für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst.

(hr)