Remscheid: Viel Frühling, wenig Werkstatt

Remscheid: Viel Frühling, wenig Werkstatt

Erstmals sollte die "FrühlingsWerkStadt" als eigenständige Veranstaltung die Alleestraße beleben. Viele Besucher kamen, doch so mancher zeigte sich vom Angebot enttäuscht.

Für viele Hobbygärtner fällt spätestens in diesen Tagen der Startschuss in die Gartensaison. Da bot sich bei angenehmen Temperaturen am Samstag ein Bummel über die Alleestraße an, wo die "FrühlingsWerkStadt" für Naturfreunde mancherlei Anregung zu bieten hatte.

Nach langen, tristen Wintertagen hatten Remscheids Floristen und Gartenbaubetriebe auf dem Asphalt leuchtende Farbtupfer entstehen lassen. Kunstvoll angelegte Beete mit Springbrunnen, Natursteinen und einer üppigen Bepflanzung zogen viele bewundernde Blicke auf sich. Primeln, Narzissen, Weidenkätzchen oder Rosenstöcke gaben der samstäglichen Shoppingtour einen fröhlichen Rahmen. Außerdem stellten verschiedene Gewerke sich und ihre Leistungen vor.

Nur ein Handwerker in Aktion

Allerdings hatte diese Präsentation mit den angekündigten Werkstätten nur wenig zu tun. Dachdecker, Landschaftsgärtner oder ein Betrieb für den Verkauf von Gartengeräten präsentierten sich an verschiedenen Ständen, doch blieb Steinmetz Thomas Hundhausen der einzige Handwerker weit und breit, dem man tatsächlich über die Schulter schauen konnte. "Im Vergleich zum letzten Jahr ist es schon ruhiger", sagte der Lenneper, der an einem Naturstein seine Arbeitstechniken demonstrierte und auch immer wieder von Passanten angesprochen wurde. Ebenso hatte er verschiedene Skulpturen mitgebracht, die das breite Arbeitsfeld seines Handwerks aufzeigten.

Ob sich ein solches Engagement wie bei der "FrühlingsWerkStadt" in den Auftragsbüchern niederschlägt, sei schwierig vorherzusagen. "Mir ist es wichtig, unseren Beruf in die Öffentlichkeit hineinzutragen. Und außerdem kann man nicht immer nur meckern, sondern sollte auch etwas für seine Region tun", sagte der Steinmetz.

Welche Möglichkeiten es gibt, über Haus- und Wohnungssanierung Energiekosten zu sparen, zeigte Monika Meves vom städtischen Umweltamt auf. Und damit die Besucher an ihrem Stand nicht nur mit trockener Theorie versorgt wurden, hatte sie einen Musterkoffer mit verschiedenen Dämmstoffen mitgebracht. "Das ist anschaulicher, zumal Dämmmaterialien wie Flachs oder Hanf gar nicht so bekannt sind", meinte die Fachfrau fürs ökologische Bauen.

Dass sich die Stände nur bis zum Pavillon in Höhe der Mandtstraße verteilten und die untere Alleestraße bis auf einen kleinen Streichelzoo mit Schafen und Ziegen wieder einmal leer ausging, stieß bei den Bürgern auf Unverständnis. "Hier unten ist doch wieder alles tote Hose", monierte eine junge Frau, ein weiterer Passant meinte: "Wenn in der Mitte der Allee Schluss ist, bringt das doch gar nichts." Auch Renate Briem war enttäuscht: "Von Frühlingswerkstätten habe ich nicht viel gesehen."

(RP)