Remscheid: Verschwundener Hotelbesitzer sorgt für Lacher

Remscheid: Verschwundener Hotelbesitzer sorgt für Lacher

Besser hätte das Premierenwetter gar nicht sein können: trocken, nicht zu warm und mit leichtem Sonnenschein. Die Darsteller der Lüttringhauser Volksbühne hatten am Samstag optimale Bedingungen für die Uraufführung des neuen Stücks "Üöhm Pitters Krüönselstrüükelschen" (hochdeutsch: Onkel Peters Stachelbeerstrauch) von Autor Christian Wüster.

Gut 200 Gäste verfolgten auf der Freilichtbühne die Kriminal-Komödie um den verschwundenen Hotelbesitzer Peter Wippelkott (Rolf Goedecke) und den flüchtigen Juwelendieb "Langfinger-Ede" (Christian Wüster) im Lüttringhausen der 60er Jahre. Brigitte Grote hat stilechte Kostüme für die Rollen zusammengestellt. Musik von Elvis Presley, Heintje oder auch Heino zogen die Zuschauer auch musikalisch 50 Jahre zurück in das Jahr 1968, in dem Baronin Annabell von Scharenach (Andrea Rössler) beabsichtigt, dauerhaft eine Etage im Hotel von Wippelkotts zu mieten.

Doch der Herr der Hauses ist spurlos verschwunden. Seine Frau Erna (Ulla Werder) beauftragt ihr Dienstmädchen Petronella Klüsenkopp (herrlich gespielt von Petra Buch), das Hotel auf den Kopf zu stellen, um ihn ausfindig zu machen. Ohne Erfolg. Mit großer Sorge alarmiert Erna die Dorfpolizei und ruft zur Großfahndung auf. Zumal zur gleichen Zeit der Juwelendieb im Ort gesucht wird und sie befürchtet, er könnte ihrem Mann etwas angetan haben.

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In den rund zwei Stunden Spielzeit entfaltet sich das Versteckspiel mit Verwechslungscharakter und begeistert durch Wortwitz sowie Spielfreude des Laien-Ensembles. Besonders die charmanten Kinderszenen mit Lausbubencharme brachten die Lachmuskeln der Zuschauer ans Arbeiten. Aber auch die übrigen Pointen zündeten. Traditionell durften Gesang vom Männerchor Lüttringhausen sowie Beiträge der Lüttringhauser Blechbläser nicht fehlen. Die neuen Headset-Mikrophone, die der Verein dank einer Spende finanzieren konnte, ermöglichen einen tollen Klang bis in die letzte Sitzreihe. Wer nicht ganz so viel Remscheider Platt kann (die Übersetzung stammt von Hans Grote), kommt trotzdem bei Text und Handlung mit. "Ich verstehe zwar nicht alles. Aber ich höre gerne Platt", sagte Herbert Lange, der seit etwa fünf Jahren zu den Bergischen Heimatspielen kommt. Remscheiderin Ursula Maier war mit ihrem Mann zum ersten Mal bei einer Aufführung der Heimatbühne. "Es gefällt mir gut. Vor allem die Pointe, dass Pitter verschwunden ist, sitzt gut", urteilte sie in der Pause.

(RP)
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