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Remscheid: Verkehrsverein will für Lennep kämpfen

Remscheid : Verkehrsverein will für Lennep kämpfen

Ob Leerstände, Hardtpark oder DOC: Die Zahl der Baustellen in Lennep wächst, sagt Vorsitzender Klaus Kreutzer.

Zur Not will Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep, mit ganzem Körpereinsatz für den Hardtpark kämpfen: "Ich lege mich davor", sagte er am Montagabend während der Hauptversammlung des Vereins in der Klosterkirche. Mit seinem Protest wendet sich Kreutzer gegen Pläne, einen Teil des Hardtparks für den Ausbau des ehemaligen Hertie zu opfern. Ein Investor will das Warenhaus wiederbeleben. Im Gespräch ist dafür ein "Kaufland".

Rund 45 Mitglieder und Gäste waren der Einladung des Verkehrs- und Fördervereins zur Hauptversammlung gefolgt. Darunter auch Henning Balzer, Entwicklungsmanager bei McArthurGlen, Investor des Designer-Outlet-Centers (DOC) in Lennep. Doch bevor Balzer über den aktuellen Stand der DOC-Planungen berichtete, sprach Kreutzer über Lenneper Belange. "Der Leerstand, den wir hier in Lennep haben, ist wirklich bedauernswert", sagte Kreutzer und nannte allen voran das Hertie-Gebäude.

Auch die Suche nach einem alternativen Veranstaltungsplatz — der Kirmesplatz soll mit einem Parkhaus für das DOC bebaut werden — sei bislang nicht erfolgreich gewesen. In diesem Jahr finde das Oktoberfest zum letzten Mal auf dem Kirmesplatz statt, berichtete Kreutzer. Zwischenzeitlich habe die Stadt Remscheid dem Verein zwar ein Stück der Lenneper Bachtalrunde als Ersatz angeboten. Doch das befindet sich im Landschaftsschutzgebiet.

Kann die Fläche wirklich zu einem Veranstaltungsplatz umgewidmet werden? Immerhin — dort würde das 25 mal 60 Meter große Festzelt durchaus Platz finden. Doch mögliche Kosten für die Rekultivierung der Rasenfläche möchte der Verein nicht übernehmen. Daher sei das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen.

Stutzig macht Kreutzer auch, dass anderen Vereinen andere Grundstücke angeboten wurden, so zum eine Brache an der Karlstraße jenseits des Gewerbegebietes. Warum werde nicht eine einzige Fläche zurecht gemacht, die den Bedürfnissen aller Vereine entspricht?, fragte Kreutzer. Sorgen machen ihm auch die Pläne, die Pfingstkirmes auf die Wupperstraße bis hin zum Bismarckplatz zu verlegen.

"Macht die Kirmes eigentlich weniger Geräuschemissionen als ein Weinfest?", fragte Kreutzer mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die von Anwohnern der Altstadt beklagte Lärmbelästigung zu Zeiten großer Feste. Als Mitveranstalter habe Kreutzer "richtig Bauchschmerzen", im Rahmen des Lenneper Sommer noch weitere Konzerte zu organisieren. Daher werde zu überlegen sein, ob sich der Verkehrs- und Förderverein künftig noch an der Veranstaltungsreihe beteiligt.

"Wir sind der Bürgerverein in Lennep, der sich auch weiterhin einbringen will", mit diesen Worten endete Kreutzer — und notfalls eben auch mit vollem Körpereinsatz.

(RP)