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Remscheid: US-Journalistin liefert klare Antworten

Remscheid : US-Journalistin liefert klare Antworten

Zum zwölften Mal hatte die Volksbank im Bergischen Land am Dienstagabend zum Damensymposium in die Lenneper Klosterkirche eingeladen. Als Referentin war die amerikanische Journalistin Dr. Melinda Crane zu Gast.

Wenn die Kundinnen der Volksbank im Bergischen Land im Alltag auf ihre Kundenberater treffen, dann geht es um Geld. Mit dem Damensymposium hat die Bank vor elf Jahren eine Veranstaltung ins Leben gerufen, bei der kulturelle, politische, wirtschaftliche, aber vor allem gesellschaftliche Themen in den Fokus rücken. Eingeladen sind dann ausschließlich die Damen.

Viele Kundinnen nahmen in diesem Jahr die Einladung in die Klosterkirche an und freuten sich über die beschwingte Begrüßung von Andreas Otto, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Bergischen Land. Bevor er das Rednerpult der Referentin übergab, ging es dann allerdings doch noch mal schnell ums Geld. Otto brachte gute Nachrichten aus einem erfolgreichen Wirtschaftsjahr mit und trat dann einen Abend lang gut gelaunt in die zweite Reihe zurück. Die erste Reihe gehörte zum Damensymposium nämlich Dr. Melinda Crane. Die Chefkorrespondentin bei Deutsche Welle TV nahm mit ihren Zuhörerinnen die Frage unter die Lupe: "America first oder America alone - was wird aus den USA unter Donald Trump?"

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Dass auch den Besucherinnen aus dem Bergischen Land die Frage nach der Rolle der Vereinigten Staaten im Weltgefüge auf der Seele brennt, zeigte sich nicht erst während der anschließenden Diskussion. Aufmerksam folgten die Damen dem Querschnitt durch die aktuelle amerikanische Politik. Bevor sie außenpolitische Entwicklungen in den Blick nahm, galten Cranes Untersuchungen der Innenpolitik und dem neuen Stil im Weißen Haus. "Donald Trump ist ein Meister der Kommunikation", schickte die gebürtige Bostonerin vorneweg. In 15 Monaten hätten Statistiker 3100 Posts in sozialen Netzwerken von Donald Trump gezählt. Barack Obama hatte in fünf Jahren 3616 Posts veröffentlicht. Sein Plan sei das Chaos. Seine Methode die Unberechenbarkeit.

Die Referentin stellte aber auch klar: "Donald Trump ist ein Symptom für langfristige strukturelle Probleme in den Vereinigten Staaten." Zum schwindenden Vertrauten in die Politik kämen immer weniger Kompromisse und Gemeinsamkeiten der beiden großen Parteien. Als später eine Zuhörerin fragte, ob die Referentin einen Anschlag auf den Präsidenten für wahrscheinlich halte, antwortete Crane: "Das würde nichts ändern und nichts helfen."

Strafzölle, Raketenprogramm, Iran, Einreisestopps, Syrienkrieg, Nato, die Beziehungen zu Russland und zu den Frauen: "Ich mute Ihnen heute richtig etwas zu", befand die Referentin. Unterm Strich bescheinigte sie Trump den Willen zum Isolationismus, gepaart mit Wertneutralität und Protektionismus. "Die Anfälligkeit der Amerikaner für dieses Verhalten liegt in ihrer Unsicherheit begründet", befand sie und erinnerte an den 11. September und IS-Terrorismus.

Nach rund einer Stunde eröffnete Dr. Melinda Crane die Diskussionsrunde. Wo bleibt die demokratische Gegenwehr? Wie groß schätzt die Referentin die Chancen der Waffengegner ein? Ist der Zug für Hillary Clinton abgefahren? Und könnte die Lösung in einer Veränderung des Wahlsystems liegen?

Die Gäste nutzten die Chance und bekamen klare Antworten: Die Demokraten seien selbst zu zerstritten, die Waffenlobby zu stark. Ja, der Zug für Hillary Clinton sei abgefahren. Und: "Die Bewegung zur Änderung des Wahlsystems ist eine der besten Konsequenzen auf die Wahl Donald Trumps." Bevor sich die Damen die Köstlichkeiten in der Klosterkirche schmecken ließen, applaudierten sie minutenlang.

(RP)