Forsten: Unfallstelle bereitet Sorgen

Forsten : Unfallstelle bereitet Sorgen

EineLeserin berichtet von mehreren Vorkommnissen auf der K2. Polizei sieht keine besondere Auffälligkeit.

Die Sorgen derLeserin sind förmlich durchs Telefon zu spüren. Und das nicht nur, weil die Hückeswagenerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, vom Unfall ihres Sohnes berichtet. Der sei am 4. Dezember auf der Kreisstraße 2 (K2) zwischen Remscheid und Hückeswagen, kurz vor der Ortschaft Dörpmühle auf Remscheider Gebiet passiert. "Er ist mit seinem Auto ins Schleudern geraten, hat die Kontrolle verloren und hat sich dann zweimal überschlagen", erzählt die Frau.

Glück im Unglück: Zwar entstand am Auto Totalschaden, der Sohn blieb aber nahezu unverletzt. Komplett erleichtert sei sie aber trotzdem nicht. Denn die Polizeibeamten, die aus Wipperfürth an den Unfallort gekommen wären, sowie der Fahrer des Abschleppwagens, der das Auto ihres Sohnes abtransportierte, hätten ihr von mehreren weiteren Unfällen berichtet, die sich in den vergangenen Wochen an derselben Stelle zwischen den Ortschaften Forsten und Dörpmühle ereignet hätten.

"Das kam auch den Polizisten komisch vor. Ich will nicht, dass da bald jemandem etwas Schlimmeres passiert", sagt dieLeserin. Erst vor ein paar Tagen sei der Sohn einer Bekannten ebenfalls auf der K2 von der Straße abgekommen. "Weder er noch mein Sohn waren zu schnell unterwegs", versichert die Frau. Sie befürchtet, dass der Straßenbelag oder andere äußere Umstände auf dem Abschnitt, auf dem eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer erlaubt sind, für weitere Unfälle sorgen wird.

Weil die Unfallstelle genau auf der Grenze der polizeilichen Zuständigkeiten des Polizeipräsidiums Wuppertal und der Polizei des Oberbergischen Kreises in Gummersbach liegt, rücken je nach Lage Beamte beider Behörden aus.

In Wuppertal gibt die Statistik für das laufende Jahr eine Zahl von 17 Unfällen aus. Allerdings auf der gesamten K2 bei Forsten. "Die Unfälle hatten aber alle unterschiedliche Ursachen. Mal waren es Wildunfälle, mal waren die Fahrer zu schnell unterwegs und mal betrunken", entkräftet Polizeisprecherin Anja Meis die Sorge einer "Unfallhäufungslinie", wie es Verkehrsexperten nennen, wenn in einem Bereich eine überproportional große Zahl von Unfällen mit der gleichen Ursache geschehen. Dies sei kurz vor Dörpmühle bislang nicht der Fall, erklärt die Polizei. "Wir stehen aber in Kontakt mit der Stadt. Sollte die Unfallkommission, die von uns beratend begleitet wird, Handlungsbedarf sehen, wird reagiert", erklärt Meis.

Ebenfalls an der Unfallkommission beteiligt ist das Ordnungsamt. Dessen Chef Jürgen Beckmann bestätigt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Unfallkommission tätig wird. "Es muss entweder eine größere Zahl schwerer Unfälle sein oder viele Unfälle des gleichen Typs", erklärt Beckmann. Ein aktuelles Beispiel ist die Verkehrsführung in der Baustelle Trecknase. Nach mehr als 60 Unfällen innerhalb weniger Wochen forderte die Polizei eine Korrektur. Selbiges könnte theoretisch auch auf der K2 passieren - wenn denn ein Unfallhäufungsschwerpunkt festgestellt würde.

Zweimal jährlich tagt die Kommission. Und kann dann Maßnahmen einleiten, um die Situation zu entschärfen. Die können unterschiedlich sein: von einem anderen Straßenbelag bis zur Blitzeranlage.

(RP)
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