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Umfrage unter Jugendlichen in Remscheid

Umfrage unter 14- bis 18-Jährigen : Jetzt ist die Remscheider Jugend gefragt

„Sag uns, wo der Hase läuft“ heißt eine große Jugendbefragung, die jetzt in Remscheid begonnen hat. Ziel ist es, mehr über die Wünsche und Bedürfnisse der 14 bis 18-Jährigen zu erfahren und daraus Rückschlüsse zu ziehen.

Wenn Ayoub El Haddaoui sich etwas für Remscheid wünschen dürfte, dann wären das direkt drei Dinge: einen Park als Aufenthaltsmöglichkeit für seine Altersgruppe, einen Fußball- oder Bolzplatz und ein Jugendcafé. „Das fehlt meiner Meinung nach, damit ich mich hier wohlfühle“, fasst es der 16-Jährige zusammen.

Ayoub ist Jugendratsmitglied und einer von aktuell 5533 Jugendlichen in Remscheid, die zwischen 14 und 18 Jahren alt sind und rund fünf Prozent der gesamten Bevölkerung in der Seestadt auf dem Berge ausmachen. Und genau an diese Zielgruppe richtet sich die große Jugendbefragung, die derzeit durchgeführt wird. „Es geht hier um eine hochprofessionelle wissenschaftliche Untersuchung, die von echten Profis durchgeführt wird“, erklärt Sozialdezernent Thomas Neuhaus und meint damit das beauftragte private Haaner Forschungsinstitut ISPE (Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung). In Kooperation mit dem Fachdienst Jugend der Stadt Remscheid und dem Jugendrat wurde ein ausführlicher digitaler Fragenkatalog entworfen, der noch bis zum 26. August online beantwortet werden kann. „Darin geht es großteils um Fragen zur Freizeitgestaltung, zur Lebenssituation und um Teilhabe in der Gesellschaft und der Politik“, weißt Kymon Ems, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts.

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Kombiniert wird die Online-Befragung mit Vorort-Interviews an unterschiedlichen Tagen im August und im September – in den Jugendeinrichtungen, wie der Welle, der Schlawiner oder der Gelbe Villa sowie an öffentlichen Orten, an denen sich Jugendliche aufhalten – im oder am Allee-Center, im Kino, in Vereinen, an ausgewählten Schulen. „In diesen Direktgesprächen erfahren wir viel mehr im Detail, als bei den Onlinebefragungen“, weiß Ems aus Erfahrung. Unterstützt werden die Institutsmitarbeiter dabei von Mitarbeitern vor Ort, zum Beispiel in den Jugendeinrichtungen. „Die haben natürlich direkt einen ganz anderen Draht zu den Jugendlichen, weil sie ihnen vertraut sind“, weiß auch Maria Münstermann, die als Fachdienstmitarbeiterin und Geschäftsführerin des Jugendrates das Projekt von städtischer Seite leitet und betreut.

Damit sich möglichst viele Jugendliche beteiligen und als kleines Dankeschön veranstalten die Organisatoren am 26. August von 16 bis 19 Uhr auf dem Vorplatz des Teo Otto Theaters ein Live-Event mit Cocktails, Eis und einer Gewinnverlosung unter allen, die teilgenommen haben (jeder Fragebogen hat einen individuellen Code).

„Wir versprechen uns aus den Ergebnissen ein umfassendes Bild über die Jugendlichen gewinnen zu können, und ich bin wirklich unheimlich gespannt auf die detaillierten Ergebnisse“, betont der Fachdienstleiter Jugend bei der Stadt Remscheid, Egbert Willecke, zum Start der Befragungen. Thomas Neuhaus spricht von wertvollen Hinweisen für Politik und Verwaltung in Hinblick auf die junge Generation. „Unsere Aufgabe ist es, dass sich die Menschen hier wohlfühlen, und natürlich hoffen wir, dass, wenn junge Menschen gerne in Remscheid aufwachsen, sie auch gerne weiterhin hier leben und sich aktiv bei der weiteren Gestaltung unserer Stadt einbringen.“

Klar ist den Verantwortlichen: Nach der Befragung müssen Taten folgen. „Natürlich muss dann auch etwas passieren, wir machen uns ja sonst unglaubwürdig“, weiß Neuhaus, „aber gerade weil wir aufs Geld gucken müssen, helfen uns die Ergebnisse dabei, genau zu sehen, was nachgefragt ist und wo dann auch investiert werden sollte.“

Ende des Jahres sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Das aber kann nur funktionieren, wenn sich die jungen Leute auch rege an dem Projekt beteiligen. Aus diesem Grund appelliert auch die Vorsitzende des Jugendrates, Sofia Rodriguez Eckwert, an ihre Altersgenossen, sich unbedingt die Zeit für die anonyme Befragung zu nehmen. „Es kann ja nicht sein, dass wir uns dauernd über die Stadt beschweren, aber dann nicht die Chance nutzen, die wir jetzt bekommen, um wirklich etwas zu ändern oder zu verbessern. Ich jedenfalls unterstütze das aus vollstem Herzen und bin von der großen Chance begeistert.“