Remscheid: Tunnelbaustelle - Remscheid schaut mit S7 in die Röhre

Remscheid: Tunnelbaustelle - Remscheid schaut mit S7 in die Röhre

Dem Bahnverkehr in Remscheid droht in den kommenden Jahren eine erneute massive Einschränkung.

Wie VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann jetzt bei einem Besuch in Remscheid berichtete, plant die Deutsche Bahn Netz AG den Rauenthaler Tunnel in Oberbarmen für eine anstehende Sanierung komplett zu sperren. Für einen geschätzten Zeitraum von 18 Monaten wäre eine durchgehende Verbindung zum Wuppertaler Hauptbahnhof damit nicht mehr möglich.

Denn der Weg der S-Bahnlinie 7 zum Bahnhof Oberbarmen und weiter zum Hauptbahnhof in Elberfeld führt nur durch den Tunnel. Für 2022 oder 2023 sei die Baumaßnahme geplant, sagte Husmann, wollte aber für den genauen Termin "nicht die Hand ins Feuer legen". Das lehre ihn seine Erfahrung mit der "nicht so zuverlässigen" DB Netze AG.

Dass im Tunnel etwas passiert, darauf drängt vor allem die SPD seit vielen Jahren. Denn nur noch eine der beiden Röhren des Tunnels ist aktuell befahrbar. Die Idee: Handeln, bevor auch die zweite Röhre gesperrt werden muss. Nun aber hat die Bahn bei Erkundungsbohrungen festgestellt, dass der Weiterbetrieb einer Röhre während der Sanierungsarbeiten zu gefährlich ist. Die oberen Gesteinsschichten drohen sich zu lösen.

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"Remscheider Unternehmen werden abgeschnitten", warnte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) vor den Folgen einer so langen Komplettsperrung. So transportiert etwa die Firma Dirostahl in Lüttringhausen Waren über die Gleise und wird auch darüber beliefert. Als die Bahn im Sommer 2014 das Gleisbett zwischen Oberbarmen und dem Remscheider Hauptbahnhof erneuerte und 70.000 Tonnen Schotter austauschte, dürften in die Baustelle zwei Mal in der Woche Lieferzüge einfahren, die Dirostahl und Mannesmann beliefern konnten. Sie bekamen in dieser Phase einen speziellen Lotsen an Bord, der die Züge sicher durch die Baustelle steuerte.

"Da muss es eine Lösung geben", sagte der Oberbürgermeister. Der längere Weg nämlich, der über die Müngstener Brücke führt, ist den Firmen seit der Sanierung des Denkmals verwehrt. Für Güterverkehr ist die Eisenbahnbrücke nicht mehr zugelassen.

(hr)
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