Remscheid: Tunnel bleibt Option am Ebert-Platz

Remscheid : Tunnel bleibt Option am Ebert-Platz

Eine Mehrheit aus Grünen, FDP, W.i.R. und CDU setzt durch, dass die Offenhaltung des Fußgänger-Tunnels als zusätzlicher Fußweg sorgfältig geprüft wird. Die Kosten für Erhalt und Sanierung sollen ermittelt werden.

Eine Mehrheit des Remscheider Rates möchte bei der Planung des neuen Ebert-Platzes zweigleisig fahren. Zusätzlich zu der von der Stadtverwaltung favorisierten neuen Ampelanlage als überirdische Querung zwischen Busbahnhof und Ämterhaus soll auch durchgerechnet werden, was es kosten würde, den vorhandenen Fußgängertunnel so zu ertüchtigen und mit sozialen Kontrollmöglichkeiten auszustatten, dass er als "sinnvolle Ergänzung" für eine "wartezeitfreie Querung" dienen kann. So steht es im Antrag von FDP, Grünen und W.i.R., dem sich die CDU anschloss.

Der Platz für die Wege aus und in den Tunnel würde bei der Umgestaltung des Platzes fehlen. Foto: Moll (Archiv)

Sie hatte zu diesem Thema bereits vor Monaten eine Anfrage gestellt. Die von der Stadt als Antwort präsentierten Kosten von 143.000 Euro für eine Tunnelauffrischung zweifelte Wolf Lüttinger (FDP) aber am Dienstagabend in der Sitzung des Hauptausschusses an. Wolle man wirklich eine langfristig Nutzung des Tunnels möglich machen, müsse geklärt werden, wo das Regenwasser eintritt, das aktuell oft den Boden des Tunnels bedeckt. Dazu seien größere Untersuchungen nötig.

Lüttinger kritisierte zudem, dass der Politik immer noch keine konkreten Pläne zu dem von der Stadt favorisierten Ampel-Überweg vorliegen. Auf dieser Basis könne ein Projekt dieser Größe und Bedeutung nicht seriös diskutiert werden.

Baudezernent Peter Heinze hatte zuvor vergeblich versucht, eine doppelte Querungslösung abzubiegen und dabei auch die Wünsche der Stadtwerke vorgebracht. Eine Planung des neuen Platzes "aus einem Guss" werde schwierig, wenn der Tunnel offen bleibe. Dort, wo jetzt noch die Treppen und die Rampe aus dem Tunnel herauf auf den Ebert-Platz führen, ist im Planungsentwurf Platz für Wartehäuschen der Stadtwerkebusse vorgesehen. Wie berichtet, rückt der Busbahnhof in der neuen Planung weiter vor in Richtung Ämterhaus, um auf der anderen Seite Platz zu schaffen für eine neue Aufenthaltsfläche.

Heinze gab auch zu bedenken, dass die Zahl der Tunnel-Nutzer geringer werde, wenn es auch ebenerdig einen Weg gibt. Das würde die soziale Kontrolle in der von vielen Menschen als Angstraum empfundenen Röhre verringern.

Aus dem Antrag der drei kleineren Ratsfraktionen spricht vor allem die Sorge um die Sicherheit der Schüler des EMA-Gymnasiums, die täglich in großer Zahl die Elberfelder Straße queren. Eine Verkehrsuntersuchung, die die optimale Ampellösung suche, sei beauftragt, sagte Heinze.

Die SPD hat sich auf die Ampel als alleinige Querungsform verständigt. Ein Tunnel sei nicht mehr zeitgemäß, passe nicht zu der modernen Lösung, die der Wettbewerb für den Ebert-Platz anstrebe, sagte der Fraktionsvorsitzende Sven Wolf. Das sieht die CDU anders: "Beide Querungen sind sinnvoll", sagte Rosemarie Stippekohl.

(hr)
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