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Tunnel am Remscheider Friedrich-Ebert-Platz stinkt zum Himmel

Alt-Remscheid : Tunnel am Friedrich-Ebert-Platz stinkt zum Himmel

Eine leere Pizzaverpackung, leer gelöffelte Joghurtbecher, Blechbüchsen, ein altes Unterhemd: Beim Anblick des Mülls, über den er am Neujahrstag in der Fußgänger-Unterführung am Friedrich-Ebert-Platz buchstäblich stolperte, griff der Remscheider Pasquale Felicetti zur Kamera: „Haben die keine Mülltonne zu Hause?“

Seit Jahr und Tag stinkt der Tunnel nach Urin, zieren Schmierereien die Wände. Und nach diversen Überfällen gilt er zudem als Angst-Raum. Mit der Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes soll er deshalb verschwinden. So ist es geplant. Doch dagegen gibt es Widerstand.

Zum Beispiel stellt sich die Frage, wie die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) die Elberfelder Straße sicher überqueren sollen. Dass eine Fußgängerampel die gleiche Funktion erfüllt, glauben manche Politiker in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid nicht. Bereits im April vergangenen Jahres hatten sie es deshalb mehrheitlich abgelehnt, dass der Tunnel zugeschüttet wird. Stattdessen soll er nach ihrem Willen durch ein Lichtkonzept ertüchtigt werden.

2019 soll eine Entscheidung über den Ebert-Platz und den Tunnel fallen. Viele Leser sähen ihn gern eher heute als morgen verschwinden. Doch Otto Mähler (SPD), Bürgermeister von Alt-Remscheid, warnt vor überstürzten Schritten. „In zehn Jahren ärgern wir uns sonst vielleicht darüber, was wir da gemacht haben“, sagt er. Die Politiker warten deshalb auf die Ergebnisse eines Gutachtens, das die Verkehrsströme rund um den Friedrich-Ebert-Platz beleuchtet. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie auf den Tunnel verzichtet werden kann. Auch an die Umfahrung des Busbahnhofes beziehungsweise des neuen Stadtplatzes, den die Architekten entworfen haben, knüpft Mähler noch einige Fragen.

Wichtig ist ihm deshalb: „Wir müssen einbezogen werden in den Prozess.“ Vom Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs für den Friedrich-Ebert-Platz hatten sich die Bezirksvertreter enttäuscht gezeigt. Zum Beispiel nimmt das Dach, das den Busbahnhof überspannen und die Fahrgäste der Stadtwerke vor Regen schützen soll, wenig Rücksicht darauf, dass der Regen im Bergischen nicht ausschließlich senkrecht vom Himmel fällt.

Aber: Die Ergebnisse des Planungswettbewerbs, die bis Mai vom siegreichen Planungsbüro überarbeitet und mit Vorschlägen der Remscheider ergänzt werden, sind weitgehend bindend. Zudem hatten die Politiker Vorgaben gemacht. Unter anderem sollte ein Konzept für den Busbahnhof entwickelt werden, das die Schließung des Tunnels und eine neue Fußgängerampel an der Elberfelder Straße vorsieht. Erst nachdem es zu den Protesten aus dem EMA-Gymnasium kam, beschloss der Stadtrat die Verkehrsuntersuchung und -zählung auf der viel befahrenen Innenstadtstrecke.