Event-Agentur in Remscheid : Trödler aus Leidenschaft

Carsten Pudel wollte schon immer etwas für seine Heimatstadt auf die Beine stellen. Mit der Event-Agentur „Knallfabrik“ ist ihm das gelungen. Am Wochenende organisiert er einen Flohmarkt.

Carsten Pudel hat sich mit seiner Event-Agentur „Knallfabrik“ den Traum der Selbstständigkeit erfüllt. Im vergangenen Jahr organisierte er seinen ersten großen Trödelmarkt auf dem Schützenplatz – und zwar mit dem Anspruch, die Menschen in Kontakt zu bringen. Das funktionierte so gut, dass er jetzt eine Doppelauflage wagt.

Wenn der gebürtige Kremenholler von seiner Event-Agentur spricht, von seinen Veranstaltungen und Plänen, funkeln seine Augen. „Ich wollte schon immer selbstständig sein und etwas für meine Heimatstadt auf die Beine stellen“, sagt er. Und das hat der 42-jährige Remscheider mit einer anderen großen Leidenschaft verbunden, dem Trödeln.

Dabei ist es eigentlich einer Verkettung von Zufällen zu verdanken, dass Pudel heute Inhaber einer Event-Agentur namens „Knallfabrik“ ist und kommendes Wochenende seinen zweiten Trödelmarkt feiert. Denn als sich der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann vor zwei Jahren von seinem langjährigen Arbeitgeber trennte, hatte er noch ganz andere Ideen im Kopf.

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„Ursprünglich wollte ich die Tennishalle in Bergisch Born kaufen, um dort Paintball anzubieten“, erinnert sich Pudel. Aus dieser Idee stammt auch der Name „Knallfabrik“, so wollte er die Halle nennen. Die Idee mit dem Paintball verwarf der Geschäftsmann wieder, nur der Name blieb, ebenso wie der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Im vergangenen Jahr feierte er schließlich Premiere mit seiner ersten Veranstaltung, einem großen, bodenständigen Trödelmarkt, fernab von viel Schnickschnack oder billiger Neuware: Echter Trödel ohne gewerbliche Händler, dafür mit und für Privatpersonen, kleineren Snacks und Live-Musik, alles aus der Region, und viele Gelegenheiten, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

„Klön und Klöngels“ eben, wie der Kremenholler sein Trödelkonzept nennt. „Ich trödle seit 23 Jahren sehr gerne, verkaufe selbst und besuche echt gerne Trödelmärkte, weil es für mich Entspannung ist. Ich mag es, mich mit den Leuten zu unterhalten, ohne Stress und Hektik.“ Diese gemütliche Atmosphäre vermisste Pudel zuletzt, als er selbst auf dem Schützenplatz bei einem Trödel seinen Hausrat anbot. „Der Betreiber hat uns ständig angepflaumt und keiner war so richtig zufrieden.“ Er wollte es besser machen.

Die Premiere im vergangenen Jahr war ein Erfolgserlebnis für den Neu-Unternehmer: „Ich habe so viele Dankesmails erhalten, dass mich das wirklich gerührt hat.“ Zuvor hatte er sehr viele Klinken putzen und sich ein großes Netzwerk aufbauen müssen, um die erste Veranstaltung überhaupt durchzuführen.

Kommendes Wochenende findet also die zweite Auflage statt – dieses Mal erweitert durch einen XXL-Kindertrödel mit Hüpfburgenparadies am Vortag (4. August). Während Mamas und Papas nach gut erhaltener Kinderkleidung und Spielsachen schauen, können sich die Kinder auf den Hüpfburgen austoben.

Ein absoluter Traum wäre es, von der Event-Agentur leben zu können, sagt Carsten Pudel. Das klappt bislang noch nicht, auch wenn er in diesem Jahr sein Angebot um ein Rockkonzert und ein Grillfest im Rahmen des Remscheider Sommers im Stadtpark erweitert hat und für den anstehenden Frühherbst weitere Events plant.

Das Problem des Remscheiders sind nicht etwa mangelnde Ideen. Davon habe er genug, betont Carsten Pudel: „Mir fehlt es an geeigneten Flächen.“ Denn die städtischen Flächen, die der 42-Jährige bislang für seine Veranstaltungen nutzt, stünden ihm schließlich nicht ganzjährig zur Verfügung.