Trecknase: Baustelle im Herbst fertig

Remscheid : Trecknase: Baustelle im Herbst fertig

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, doch die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) halten weiter an ihrem Plan fest.

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) halten an ihrem Ziel fest, die Arbeiten am Knotenpunkt Trecknase im Oktober zu beenden. Versprechen will dies der zuständige TBR-Fachdienstleiter Gerald Hein aber nicht: "Denn der Ablauf ist natürlich vom Wetter abhängig."

Mehrere Faktoren hatten dafür gesorgt, dass die Bauarbeiten an der Kreuzung ins Stocken geraten waren. Zum einen beendeten die Technischen Betriebe im vergangenen Herbst die Zusammenarbeit mit der Firma Pohl Erdbewegungen, weil aus TBR-Sicht die Bauausführung fehlerhaft war. Zum anderen erschwerte der lange Winter mit extremen Frostwerten bis in den März hinein die Arbeiten, die in der Zwischenzeit vom Remscheider Unternehmen Dohrmann übernommen wurden.

Auf ihre Kompetenz baut Gerald Hein beim Wettlauf gegen die Zeit. Die Firma Dohrmann sei momentan noch damit betraut, Mängel auf der Baustelle zu beheben. Eine Asphaltschicht sei abgetragen worden, um die darunter liegende Schotterschicht neu verdichten zu können. "Im Anschluss wird neuer Asphalt aufgetragen - das geschieht in einem Rutsch. Dohrmann schafft das besser als andere Unternehmen", lobt Fachdienstleiter Hein die Remscheider. Das Ganze spielt sich auf einer Fläche von 3800 Quadratmetern ab.

Insgesamt 4,5 Millionen Euro gibt die öffentliche Hand für den Ausbau der Kreuzung aus, an der täglich rund 30.000 Autos gezählt werden. Mit dem Geld entstehen unter anderem zwei zusätzliche Spuren - zum einen aus Richtung Remscheid in die Kölner Straße, zum anderen geradeaus in Richtung Hackenberg. Sie dienen dazu, dass deutlich mehr Autofahrer als bisher die Grün-Phasen an den Ampeln nutzen können. Der Rückstau, der Autofahrer immer wieder vor eine Geduldsprobe stellt, soll insbesondere in Stoßzeiten verringert werden.

Inwiefern der ursprüngliche Kostenrahmen überschritten wird, lasse sich noch nicht beziffern, erklärt Gerald Hein: "Das wird noch einige Monate dauern. Wir haben einen Gutachter eingeschaltet." Er soll unter anderem klären, welche Summen der Firma Pohl Erdbewegungen in Rechnung gestellt werden. Aber: Gegen das Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl wollte zuletzt noch keine Prognose abgeben, welche Folgen dies für eventuelle Regressforderungen haben könnte. Denn nicht nur in der Schottertragschicht habe die TBR Mängel festgestellt. "Es gab ja weitere Problempünktchen", sagt er. Unter anderem stellten Mitarbeiter fest, dass frisch verlegte Leerrohre defekt waren.

Die Firma Dohrmann arbeite unterdessen "mit Volldampf" am Knotenpunkt. "Der Kanalanschluss in Höhe des Lidl-Supermarktes ist fertig. Nun kann der dortige Gehweg wieder hergestellt werden", berichtet Hein.

Im Juni soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Im Anschluss kann der erste Schritt zum Normalzustand in Lennep erfolgen: Die Kölner Straße, die momentan eine Sackgasse ist, wird im Sommer geöffnet - allerdings nur in Richtung Remscheid. Dazu werde es aber noch Gespräche mit Polizei und Ordnungsamt geben.

Bis zum Abschluss aller Bauarbeiten bleibt es hingegen bei der bestehenden Umleitungsregelung in Richtung Wermelskirchen. Auch das Abbiegen von der Trecknase in die Kölner Straße ist im zweiten Bauabschnitt nicht möglich.

(RP)
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