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Remscheid: Trassenfest lockt die Remscheider aufs Rad

Remscheid : Trassenfest lockt die Remscheider aufs Rad

Ruckzuck waren am Sonntag die ersten 1500 Stempelkarten vergriffen. Für den Radweg gibt es allerseits viel Lob, für fehlende Schilder ein Tadel.

Auf die Trasse, fertig, los: Zum ersten Geburtstag des bergischen Panoramaradwegs schwangen sich viele Menschen getreu dem Motto "Mit dem Fahrrad durch sechs Städte" auf den Sattel. Eine Stunde nach Beginn des Trassenfestes mussten am Sonntagmittag an der Lenneper Stempelstation eilig neue Karten herbeigeschafft werden. "In kurzer Zeit waren 1500 Stempelkarten weg", berichtete Andreas Meike vom Remscheider Stadtmarketing.

Wer sich in Lennep, Radevormwald, Wermelskirchen, Hückeswagen, Burscheid und Wipperfürth mindestens drei Stempel abholte, konnte an einer Verlosung teilnehmen. "Drei Stationen habe ich mir vorgenommen", sagte Heinz Springer, der sein Elektrorad für einen möglichen längeren Weg vorsorglich mit Ersatzakkus ausgestattet hatte. Eine frühe Radlerin war Oberbürgermeisterin Beate Wilding, die mit ihrem Amtskollegen Stefan Caplan aus Burscheid das letzte Stück von Bergisch Born nach Lennep gemeinsam zurücklegte. "Das Remscheider Trassenstück kannte ich noch gar nicht - sehr schön", lobte Caplan. Wer Lennep als Ausgangspunkt der Trassentour wählte, konnte sich hier genauso stärken und unterhalten lassen, wie die ankommenden Radler. Die Vereinswelt und einzelne Unternehmen sorgten mit dem Stadtmarketing für Getränke, Verpflegung, Information rund ums Radfahren und das Programm mit Musik und Aktion.

"Profis fahren mit Helm", übertitelte die Verkehrsprävention der Polizei ihre Aktion. "Wenn wir durch einen solchen Tag auch nur einen erreichen, der danach den Helm nicht nur kauft, sondern auch trägt, haben wir viel gewonnen", sagte Verkehrssicherheitsberater Michael Brandenstein.

Beim Anblick der Familie Schneider aus Lüttringhausen dürfte dem Polizeibeamten das Herz aufgegangen sein. Sowohl die Eltern Thorsten und Nicole, als auch die zehnjährige Lea und Jan (vier) begaben sich mit Rad und Schutzhelm auf die Trasse. Bis nach Bergisch Born hat es die radelnde Familie geschafft. "Wir waren zum ersten Mal auf dem Radweg — eine ganz tolle Sache", lobte der Familienvater. Das findet auch Ursel Schwinghammer. Nur: "Dass am Lenneper Bahnhof noch immer kein Schild mit Hinweisen auf Altstadt, Gastronomie und Sehenswürdigkeiten steht, kann ich nicht begreifen." Ingrid Järschel kann ihr da nur zustimmen: "Hückeswagen ist da so was von clever. So ein Schild gibt es da längst." Gleichwohl könne man nicht immer nach der Stadt rufen, um eine solche Idee zu verwirklichen. Die Gastwirte müssten doch aus eigenem Interesse die Initiative ergreifen und könnten derlei Hinweisschild vielleicht auch sponsern und ihre Öffnungszeiten dort nennen. "Die Leute, die mit dem Rad nach Lennep fahren, fragen danach", hat die regelmäßige Trassennutzerin Ingrid Järschel festgestellt.

(RP)