Schwimmen: Trainingseifer hat sich ausgezahlt

Schwimmen : Trainingseifer hat sich ausgezahlt

Yannis Willim und Jan Delkeskamp - zwei Schwimmer mit Perspektive. Bei der Kurzbahn-DM zeigen sie ihr Potenzial.

Bei der Deutschen Meisterschaft, erst recht wenn sie in Berlin ausgetragen wird, gehören sie fast schon zu den alten Hasen. Bereits zum neunten oder zehnten Mal - eine Auflage hat zudem in der Wuppertaler Schwimmoper stattgefunden - haben Yannis Willim und Jan Delkeskamp an nationalen Titelkämpfen in der Bundeshauptstadt teilgenommen. Der Wermelskirchener und der Dabringhausener starteten beide für den SV Bayer und konnten mit ihrem Abschneiden bei den Kurzbahn-Titelkämpfen zufrieden sein.

Willim gibt zu: "Auch wenn ich nicht mehr so nervös war, wie bei meiner Premiere 2013 - die DM ist immer etwas Besonderes." Schon zu Beginn hatte er sich über die 100 Meter Brust in starker Form präsentiert. In neuer persönlicher Bestzeit schwamm er als 13. ins B-Finale und machte dort noch einmal Boden gut. Eine weitere Verbesserung um 0,4 Sekunden bedeuteten Platz zwei und damit den zehnten Rang in der Gesamtwertung. Es folgten ein weiterer zehnter Platz über 50 Meter Brust und bei seiner Paradedisziplin, den 200 Metern Brust, Platz 13.

Von einem solchen Abschneiden konnte der 18-Jährige vor genau einem Jahr nur träumen. Damals hatte er sich eine Schulterverletzung zugezogen, die ihn für zwei Monate außer Gefecht setzte. "Das war ein Tiefpunkt für mich", gibt Willim zu, "ich wusste ja nicht, wie ich zurückkommen würde." Auch deshalb nahm er sich für 2017 vor, noch härter zu trainieren. Ein Vorsatz, der sich auszahlen sollte.

Schon bei der Jahrgangsmeisterschaft hatte er zu alter Stärke zurückgefunden und auf seiner Paradestrecke Platz drei erreicht. Und sich damit für einen enormen Trainingsaufwand belohnt.

Um 4 Uhr klingelt bei Yannis Willim nahezu täglich der Wecker. Nach der Fahrt von Wermelskirchen nach Wuppertal absolviert er regelmäßig das Frühtraining beim SV Bayer, ehe er auf dem Carl-Fuhlrott-Gymnasium am Abitur 2018 feilt. Anschließend geht es noch einmal zurück zum Training. "So komme ich auf neun bis zehn Einheiten pro Woche", erzählt Willim.

Seine Ziele sind aber eben auch groß. "Kurzfristig geht es für mich darum, den Sprung von der Jugend in die offene Klasse zu schaffen", sagt er. "Langfristig will ich es in die Nationalmannschaft und zu internationalen Wettkämpfen schaffen."

Delkeskamp verfolgt die gleichen Ziele und will langfristig "den Sprung ins Perspektivteam des DSV" schaffen. Dafür legt auch er, ebenfalls 18 Jahre alt, ein straffes Pensum hin. Denn auch Delkeskamp macht auf dem Carl-Fuhlrott-Gymnasium sein Abi und absolviert fast täglich das Frühtraining.

Für ihn lief es in Berlin noch ein Stückchen besser. Über 100 Meter Brust unterbot Delkeskamp die Schallmauer von einer Minute. In 59,98 Sekunden schwamm er im A-Finale auf Platz sieben. Anschließend legte er mit Platz neun über 400 Meter Lagen und Platz 16 über 200 Meter Lagen nach. Zum Abschluss erreichte der 18-Jährige ein weiteres A-Finale, schwamm die 200 Meter Brust in 2:11,22 Minuten und wurde noch einmal Siebter.

(RP)
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