Remscheid: "Trading-König" ist auf freiem Fuß

Remscheid: "Trading-König" ist auf freiem Fuß

Nun geht's für den selbsternannten "Trading-König von Mallorca" wieder nach Hause. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) das erstinstanzliche Urteil einkassiert hatte, wurden nun bei der Neuverhandlung vor dem Wuppertaler Landgericht aus den ursprünglich sechs Jahren Freiheitsentzug drei Jahre und 10 Monate.

Zwei Drittel davon hat der 60-Jährige bereits in Untersuchungshaft abgesessen, so dass er direkt nach dem Urteilsspruch auf freien Fuß gesetzt wurde. Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, in den Jahren 2005 und 2006 130 Anleger - unter anderem auch aus Remscheid - um rund 1,5 Millionen Euro betrogen zu haben. Einige sollen sogar Kredite aufgenommen haben, um das Geld vermeintlich gewinnbringend anlegen zu können.

Bald mussten die Investoren mit Entsetzen feststellen, dass die versprochenen, märchenhaften Ertragszinsen von bis zu zwölf Prozent nur anfangs tröpfchenweise flossen und schnell versiegten. Auch die Einlagen selbst fielen dem aufwendigen Lebensstil des Angeklagten zum Opfer oder verschwanden im Dickicht von dubiosen Anlagefirmen, obskuren Banken in Zypern und Panama oder den Provisionszahlungen an einschlägige Geldeinwerber. Die versprochene Verwendung der Gelder im Immobilienmarkt fand nie statt.

Anfängliche Zinszahlungen wurden von neu eingeworbenen Einlagen bezahlt, um die Anleger bei Laune zu halten. Und mittendrin der mallorquinische "Trading-König", der nicht nur mit hohen Renditen gelockt, sondern auch mit Tankdeckeln, Pornoseiten und Pülverchen gehandelt haben soll.

(magu)