Tierbestattungen in Remscheid

Tierbestattungen in Remscheid: Mit Fiffi und Mieze ins gemeinsame Grab

Tierbestattungen nehmen zu. Sogar Begräbnisse mit den Besitzern sind theoretisch möglich.

Prominente Beispiele gibt es viele: Die alten Ägypter mumifizierten und bestatteten ihre Haustiere prunkvoll wie ihre Könige. Friedrich der Große wollte auch im Tod mit seinen Windhunden verbunden sein: Er wurde – wenn auch verspätet – 1991 neben seinen Vierbeinern am Schloss Sanssouci in Potsdam beigesetzt. Doch auch in Remscheid reicht die Liebe zu Fiffi und Mieze über das Diesseits hinaus.

„Wir haben etliche Anfragen von Kunden, die ein gemeinsames Grab mit ihrem Haustier wollen“, berichtet Holger Reichenbach, Inhaber von Bestattungen Reichenbach in Lennep. Allein: Diesen Wunsch bei der Stadt durchzusetzen, sei bislang nicht gelungen. Dabei erlaubt die städtische Friedhofssatzung – zumindest theoretisch – ein gemeinsames Grab von Frauchen oder Herrchen und dem Haustier. Dann nämlich, wenn das Tier bereits eingeäschert und die Asche in einer Urne aufbewahrt wurde. „Dann wird das Tier als eine Sache betrachtet und kann als Grabbeigabe gelten“, bestätigt Jürgen Kampschulte, Friedhofsmeister bei den Technischen Betrieben Remscheid. Dabei müsse jeder Einzelfall für sich betrachtet werden. Bislang sei ein solcher Fall in Remscheid noch nicht umgesetzt worden.

Ganz anders sieht das in Essen aus. Hier und in Braubach bei Koblenz hat die Deutsche Friedhofsgesellschaft vor drei Jahren zwei Friedhöfe eröffnet, auf denen eine gemeinsame Urnenbestattung von Mensch und Tier angeboten wird.  Bislang hält sich die Nachfrage nach der neuen Bestattungsform noch in Grenzen. Dennoch sei die gemeinsame Beisetzung „für viele Angehörige ein enormer Trost“, so Könsgen.

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Auch Holger Reichenbach weiß um die enge Bindung zwischen Mensch und Tier. Er vermittelt Kunden dann meist an einen Tierbestatter in Dabringhausen. „Er holt die Tiere ab und äschert sie ein. Anschließend können die Kunden die Asche in einer Urne bei sich behalten“, erklärt Reichenbach. Alternativ vermittelt er Interessenten an den Tierfriedhof an der K1 zwischen Remscheid und Hückeswagen.

Hier haben Margitta und Volkhard Westerweck vor zehn Jahren die „Kleine Wolke“ begründet. „Die Nachfrage ist gestiegen“, blickt Margitta Westerweck zurück. Mittlerweile haben gut 680 Tiere auf dem rund 900 Quadratmeter großen Tierfriedhof eine Grabstätte. „Die Menschen brauchen einen Platz, um Abschied zu nehmen. Das Tier ist für viele wie ein Familienmitglied“, sagt Westerweck. Beigesetzt werden dürfen auf der „Kleinen Wolke“ alle Haustiere. Schafe oder andere Nutztiere sind dagegen nicht zugelassen.

Ansonsten sind Herrchen oder Frauchen bei der Gestaltung des Grabs kaum Grenzen gesetzt. Seit 2009 dürfen sogar christliche Symbole wie Kreuze oder Engel als Grabschmuck verwendet werden. Die Mindestpacht beträgt drei Jahre, kann aber verlängert werden. Zudem bietet das Ehepaar Westerweck auch selbstgebaute Holzkisten als „Särge“ an. Pflicht dazu besteht allerdings nicht. Es reicht, wenn Hund oder Katz in ein Tuch aus Leinen oder Baumwolle gewickelt wird.

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