Teo Otto Theater: Freiburger übernimmt künstlerische Leitung

Kultur in Remscheid : Teo Otto Theater: Freiburger übernimmt künstlerische Leitung

Der Freiburger Sven Graf wird neuer künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters. Eine Kommission unter Leitung von Kulturdezernent Sven Wiertz hat den 37-Jährigen unter den neun Bewerbern in der Endrunde ausgesucht.

Insgesamt gab es 38 Interessenten an der Stelle. „Graf hat den überzeugendsten Vortrag gehalten und gezeigt, wie breit er aufgestellt ist“, begründete Wiertz die Wahl. Zur neuen Spielzeit im September tritt er sein Amt an.

Graf kennt das Profil des Teo Otto Theaters durch seine Arbeit bei der Agentur Landgraf. Als Disponent und Projektleiter Tanz der Konzertagentur hat er einige Aufführungen nach Remscheid vermittelt. Ein Haus mit einem eigenen Orchester und einer Tanzsparte sei etwas Außergewöhnliches in der Stadttheater-Szene. Im Gespräch mit dieser Zeitung nennt er drei Punkte, an denen sich die Gestaltung des Spielplans orientieren soll: an der Qualität der Produktionen, an der Relevanz der Inhalte und an der Zugänglichkeit für die Besucher. „Die Vermittlung der Stücke und des Programms halte ich für besonders wichtig“, sagt Graf. Seine theaterpädagogische Arbeit will er nicht auf Kinder und Jugendliche beschränken, sondern auf alle Besucher-Gruppen ausdehnen. Er könne sich vorstellen, so etwas wie einen Theatertreff ins Leben zu rufen und das Foyer zu einem Ort der Begegnung zu machen, auch wenn es keine Vorstellungen gibt.

Sven Graf hat das erste pädagogische Staatsexamen in den Fächern Musik, Germanistik und Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg abgelegt. Um seine Erfahrungen im Bereich der Theater- und Kulturarbeit weiter zu professionalisieren, folgte das Aufbaustudium Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin mit Masterabschluss. Zwischen 2005 und 2010 gehörte er zur Leitung des von ihm mitgegründeten Theaterclubs 1098 Freiburg. Zwischen 2009 und 2012 war er als künstlerischer Assistent und Projektleiter am Theater Freiburg tätig unter der Intendantin Barbara Mundel. Ihre Intendanz ist geprägt von der Idee, den Stadtraum in die Theaterarbeit mit einzubinden. Eine Idee, die auch Graf für Remscheid vorschwebt. Er wolle Theater mit hohem Anspruch bieten, ohne dabei elitär zu sein. Der neue Leiter zieht nach Remscheid. Zunächst ohne Partner.

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