Teo Otto Theater bleibt vorerst ohne Leitung

Kulturpolitik in Remscheid : Theater bleibt vorerst ohne Leitung

Kulturpolitiker wollen darüber beraten, wie die Stellenbeschreibung aussehen soll.

In diesem Jahr wird die verwaiste Stelle der Theaterleitung nicht mehr ausgeschrieben oder gar besetzt. Und wie die Ausschreibung im nächsten Jahr aussehen soll, kann heute noch keiner sagen. Die Mitglieder des Kulturausschusses wollen zunächst in einem Arbeitskreis neu beraten, was sie von einer Leitung künftig erwarten. Die CDU hat daher ihren Antrag, die Position als volle Stelle auszuschreiben und es nicht bei einer halben Stelle zu belassen, nicht zur Abstimmung gestellt. Es zeichnete sich nämlich deutlich ab, dafür keine Mehrheit zu bekommen.

Die Vertreter von SPD, den Grünen und FDP lehnten den Vorschlag der CDU ab, eine solche Stelle aus dem Theateretat zu finanzieren. „Wir haben doch nicht vor einem Jahr den Theateretat um 50.000 Euro erhöht, um davon heute eine Stelle zu finanzieren“, sagte Philipp Wallutat (FDP). Für Volker Leitzbach von der SPD habe die Anzahl der Bewerbungen gezeigt, dass die Stelle durchaus attraktiv sei. Kulturdezernent und Kämmerer Sven Wiertz verwies auf die Mehrausgaben, die bei etwa 45.000 Euro liegen. Angesichts des Personalentwicklungsplans sei dies eine hohe Summe. Dem Kämmerer liegen Wünsche nach mehr Stellen in Höhe von vier Millionen Euro vor. Der Haushaltsplan stelle aber für solche Wünsche nur etwa 600.000 Euro zur Verfügung. Oft handelt es sich um eine kleinere Aufstockung der Stundendeputate als die um 50 Prozent, sagte Wiertz. Er forderte den Kulturausschuss auf, der Verwaltung genau zu sagen, welche Zielvorgaben die neue Ausschreibung beinhalten soll.

Zudem ließ er durchblicken, dass eine halbe Stelle aus seiner Sicht mit der aktuellen Arbeitsplatzbeschreibung ausreiche. Ein Teil der Aufgaben, die frühere Theaterleiterinnen innehatten, wie zum Beispiel Disposition, Controlling oder Leitung der Galerie, seien inzwischen in andere Hände gelegt oder überflüssig geworden.

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Karl-Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses, unterstrich die Position der CDU, die neue Leitung sei nicht nur für die Programmgestaltung verantwortlich, sondern habe die Aufgabe, neue Besucherkreise zu erschließen. „Sie muss das Theater weiterentwickeln“, sagte Humpert. Immer wieder machte der Begriff „Vermittlung“ die Runde. Theaterpädagogische Fähigkeiten seien gefragt, um zum Beispiel Schüler mehr für das Programm im Teo Otto Theater zu begeistern. Anfang Dezember wollen sich die Kulturpolitiker zusammensetzen, um über eine neue Konzeption zu beraten.

Der Spielbetrieb sei ohne Theaterleitung nicht gefährdet, betonte Wiertz. Für die nächste Spielzeit habe Verwaltungsleiter Lutz Heinrichs bereits 85 Prozent der Vorstellungen eingekauft.

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