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Tag des Denkmals in Remscheid

Geschichte erleben : Tag des Denkmals an fünf Standorten

Auch die Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal zählt zu den Teilnehmern, die am 9. September Geschichte zum Anfassen präsentieren wollen.

Horst Ehlis hätte es gefallen. Seine Feilenfabrik im Eschbachtal lebt weiter. Behutsam arbeiten die neuen Eigentümer das Erbe des 2015 verstorbenen Unternehmers auf. Langfristig wollen Thomas Abbas, Walter Pricken und Volker Haag (Wohnwert Immobilien GmbH, Duisburg) das historische Ensemble zu einem Industriedenkmal ausbauen. Sie sind gerne bereit, ihre Fortschritte bei der Sanierung des weitläufigen Komplexes der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Zum zweiten Mal nach 2016, dem Jahr, in dem sie das Anwesen in Schlepenpohl gekauft haben, beteiligen sich die neuen Hausherren am Tag des offenen Denkmals. Bei der bundesweiten Aktion werden am 9. September fünf lokale Objekten vertreten sein. Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen ihre Türen. Die Besucher werden in Remscheid im Haus Cleff, dem Geburtshaus Wilhelm Conrad Röntgens, dem Steffenshammer, der Backsteinvilla Königstraße 188 und der Feilenfabrik Geschichte zum Anfassen erleben.

Volker Haag freut sich auf die erneute Teilnahme. „Beim ersten Mal hatten wir 800 Besucher, das war überwältigend“, stellt der Lenneper fest. Ehlis-Kenner Klaus R. Schmidt wird zwischen 10 und 17 Uhr Führungen machen, Peter Dominick die Turbine vorstellen. In der alten Schlosserei und der ehemaligen Produktionsstätte können sich Interessierte umschauen, in einem Ambiente, in dem die Zeit stillzustehen scheint.

Alte Feilenmaschinen, mit und ohne Transmission, wurden flott gemacht und werden für die Öffentlichkeit angeschmissen. „Mit elektrischer Verkabelung, nicht über Wasserkraft“, kündigt Volker Haag an. Bei Kaffee, Kuchen und Snacks wird den Gästen von 11 bis 17 Uhr ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Industriedenkmal präsentiert. Fertig ist der Umbau noch lange nicht. „Es gibt viel zu tun. Zwei Jahre wird es wohl dauern“, erklärt Haag. Immer in Absprache mit der Unteren Denkmalbehörde.

Die Sanierung der Sheddächer ist weit vorangeschritten, aber nicht abgeschlossen. Die Dächer sind der Schlüssel. „Eine spätere Nutzung innen steht und fällt mit trockenen Räumen.“ Auch die Fenster werden saniert, die Sanitäranlagen erneuert und die Heizung. Zurzeit wird über Holzöfen Wärme produziert, auf Gas soll umgestellt werden.

Der Fortschritt der Arbeiten hängt vom Geld ab. Fördermittel sind eine wichtige Hilfe. Haag verweist darauf, dass es eine mündliche Zusage vom Land gibt für eine Denkmalbezuschussung. Die Hausherren wollen sich auch mit dem von der aktuellen Landesregierung aufgelegten „Heimat-Fonds“ beschäftigen.

Fest steht, dass die Feilenfabrik vom Freilichtmuseum Lindlar bestückt wird. So wird eine Filmbox aufgestellt, die eine WDR-Doku über die Feilenfabrik zeigt und ein alter Messestand, den Ehlis immer – weil hoffnungslos antiquiert – viel bestaunt auf der Eisenwarenmesse in Köln aufbaute.

Liebhaber der einzigartigen Brache, deren früherer Inhaber nie etwas weggeschmissen hat, können beim Tag des offenen Denkmals einen limitierten Bildband erstehen. Der Fotoclub der Kuhn Edelstahlgießerei um Heinz Homburg hat 2016 viele Eindrücke aus der Produktionsstätte mit der Kamera festgehalten. In erster Auflage haben die Eigentümer 70 Exemplare drucken lassen, die für 19,90 Euro verkauft werden.