Remscheid: Symphoniker schließen den Kreis

Remscheid : Symphoniker schließen den Kreis

Generalmusikdirektor Peter Kuhn rundet sein Engagement bei den Bergischen Symphonikern mit Werken ab, die in seinem bisherigen Schaffen in Remscheid und Solingen fehlten.

REMSCHEID/SOLINGEN Ein gut bestelltes Feld wolle er seinem bis dato unbekannten Nachfolger hinterlassen, betont der scheidende Generalmusikdirektor Peter Kuhn. Er wird zwar auch für die Spielzeit 2019/2020 noch einmal das Programm der Bergischen Symphoniker zusammenstellen, doch als Dirigent in Solingen und Remscheid nur noch in der Saison 2018/19 in Erscheinung treten - das aber gleich in allen zehn Philharmonischen Konzerten. "Das will ich selbst ausbaden", sagt er schmunzelnd im Hinblick auf das vielseitige und anspruchsvolle Programm - zumal das Publikum Raritäten, Streifzüge durch die Musikliteratur und eine Uraufführung zu hören bekommen soll.

Den Auftakt der Saison bildet das Konzert mit dem Titel "Fahrt ins Blaue" am Dienstag, 11. September, um 19.30 Uhr im Solinger Theater und Konzerthaus und tags drauf im Remscheider Teo Otto Theater: Mozarts Symphonie Nr. 29 A-Dur trifft dabei auf George Enescus Kammersymphonie E-Dur und Felix Mendelssohn-Bartholdys Symphonie Nr. 4 in A-Dur, die unter dem Eindruck seiner Italienreise entstand.

Einen Monat später wiederum geht das Orchester dann der Frage nach "Was ist eigentlich Musik?" Dabei sind ungewöhnliche Klänge zu vernehmen: György Ligetis "Poème symphonique" für 100 Metronome korrespondiert dabei mit Joseph Haydns Symphonie 101 D-Dur, auch bekannt als "Die Uhr". Arnold Schönbergs Konzert für Violoncello und Orchester in D-Dur nach dem Cembalo-Konzert von Matthias Georg Monn rundet den Abend zum Thema "Zeit/Maschine" ab. Erstmals gewinnen konnte Kuhn dafür den Cellisten Bruno Weinmeister.

Auf einen langen, erhabenen Konzertabend können sich die Gäste im November freuen: Mit Bruckners Symphonie Nr. 8 schließt Peter Kuhn einen Kreis - schließlich fehlte sie während seiner bald zehnjährigen Ära bei den Bergischen Symphonikern bislang noch. "Es ist die Krönung in Bruckners Schaffen", betont der Generalmusikdirektor. Auch der Filmmusik widmen sich die Symphoniker: Im März 2019 dirigiert Kuhn Werke von Alexander von Zemlinsky und seinem Schüler Erich Wolfgang Korngold. Letzterer gilt als eine der prägenden Figuren der orchestralen Vertonung von Hollywoodfilmen - unter anderem mit seiner oscarprämierten Arbeit für "The Adventures of Robin Hood". Die präsentieren die Symphoniker auch ihren Zuhörern in Solingen und Remscheid, ergänzt durch Klaviermusik von Ernst von Dohnanyi. Eine Neuheit erwartet die Musikfreunde im Mai: Mit dem Titel "Enigma" feiert die musikalische Umsetzung von Tagebüchern des englischen Politikers Samuel Pepys Premiere. Der Schweizer Luca Martin hat das Orchesterwerk auf den Zeitdokumenten aus dem 17. Jahrhundert aufgebaut.

Zum Abschluss der Spielzeit stehen im Juli 2019 noch einmal Mozart und Robert Schumann auf dem Programm. Auch dessen Symphonie Nr. 1 in B-Dur dirigiert Kuhn erstmals während seiner Zeit im Bergischen Land. Weiter geht es auch mit der jungen Konzertreihe "On Fire", die Pop und Klassik verbindet, und natürlich mit den bewährten Stadtteilkonzerten.

(RP)