Südbezirk Remscheid: Schwanenteich-Umbau ab Dezember

Remscheider Südbezirk : Schwanenteich-Umbau ab Dezember

Der Schwanenteich im Remscheider Südbezirk wird umgebaut, der Tenter Bach verlegt. Die Arbeiten starten im Dezember. Der Bereich muss dafür monatelang gesperrt werden. An der Intzestraße wird es eine Info-Tafel geben.

Es wird ein Umwelt-Großprojekt im Südbezirk: der Umbau des Schwanenteichs samt der Verlegung des Tenter Bachs für 1,3 Millionen Euro. Kommenden Monat schreibt die Stadt die Arbeiten aus, im Dezember soll der Baustart erfolgen. Die Verwaltung geht davon aus, dass bis zum Röntgenlauf 2020 alles fertig ist. Was genau am Rand der A 1 direkt neben dem Restaurant Romanowski geschieht, erklären wir heute.

Warum wird der Schwanenteich überhaupt umgebaut? Das hat Dagmar Jaspers vom Fachdienst Umwelt zufolge gleich mehrere Gründe. Erstens: Der Damm im Hauptschluss des Eschbachs ist marode. Zweitens: Der Schlamm des Teichs ist extrem belastet. Blei und Asbest, alles Abfallstoffe von der A 1, die nur einen Steinwurf entfernt ist, befinden sich in dem Boden, der heute schon größtenteils abgetrocknet und zugewachsen ist.

Wie solche Stoffe in den Schwanenteich gelangt sind? Mit dem bergischen Regen. Dieser ist damals, als es noch kein Regenrückhaltebecken gab, von der höher gelegenen Autobahn hinab ins Tal gelaufen – und rein in den Schwanenteich. Drittens: Die Stadt muss die Wasserrahmenrichtlinie, die die EU für größere Gewässer vorschreibt, umsetzen. Durch die Herstellung der Durchgängigkeit und das Anbinden an ein Ersatzquellgebiet wird übrigens auch ein besseres Lebensumfeld für Fische geschaffen – Jungfische finden hier künftig besser Nahrung und können sich Jaspers zufolge gut vermehren. Die Fische schwimmen derzeit immer vor die Talsperrenmauer.

Was wird genau gemacht? Der Schlamm wird ausgebaggert und entsorgt – bei einer Deponie, die das Land absegnet, erklärt Diplom-Ingenieur Bernd Müller vom Fachdienst Umwelt beim Vor-Ort-Termin. Gleichzeitig wird der Tenter Bach, der momentan noch in den Eschbach mündet, verlegt. Die Wiese, über die sich das kleine Gewässer künftig schlängelt, gehört den Technischen Betrieben. Tenter Bach und Eschbach treffen sich also künftig hier nicht mehr am Schwanenteich, der nach dem Umbau 3600 Quadratmeter groß sein wird. Der „neue Schwanenteich“ wird also in Zukunft nur noch mit Talsperrenwasser befüllt – die Wasserqualität steigt. „Für die Stadt ist das ein absoluter Gewinn“, sagt Müller.

Wer bezahlt die Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro? Größtenteils das Land NRW. Dieses fördert das Projekt „Umbau Schwanenteich und Tenter Bach“ zu fast 90 Prozent aus Mitteln des Wasserbaus. Die restlichen zehn Prozent kommen vom Landesbetrieb Straßen NRW. Dieser musste Ausgleichszahlungen an die Stadt Remscheid entrichten, als er die A 1 von vier auf sechs Spuren ausbauen ließ – quasi als Wiedergutmachung für den belasteten Abfall, der als Schlamm im Schwanenteich landete. An den zehn Prozent sind auch die Technischen Betriebe beteiligt. Die Verwaltung geht aktuell davon aus, dass es noch teurer wird. Denn die Baukosten ziehen derzeit kräftig an.

Welche Auswirkungen hat der Umbau für die Remscheider? Wanderer, Fahrradfahrer und Jogger können den Wanderweg während der kompletten Bauphase nicht nutzen – also voraussichtlich für sechs Monate. Die Stadt will an der Intzestraße eine Info-Tafel errichten.

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