Südbezirk: Investor erwartet feurige Debatte

Aldi-Gelände : Südbezirk: Investor erwartet feurige Debatte

Projektentwickler Harald Schlößer will eine Lösung für das Aldi-Gelände an der Burger Straße 85a. Er hat ein sechs Punkte umfassendes Gesamtkonzept aufgelistet.

In der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Süd (17.30 Uhr, Technologie-Fabrik, Berghauser Straße 62) könnte es hoch hergehen. Die CDU will dort in zwei Anträgen Antwort auf quälende Fragen, die sich rund um das Aldi-Gelände an der Burger Straße 85a drehen. Wird der Discounter sich vergrößern können? Kommen ein Drogerie- und ein Frischemarkt? Reckt sich der Mannesmann-Turm auf dem Parkplatz noch einmal in die Höhe?

Harald Schlößer wird auf der Zuschauerbank Platz nehmen und erwartet Feuer in der Debatte. Der Remscheider Projektentwickler ist darauf vorbereitet, dass sein Adrenalinpegel in die Höhe schießen wird. Denn seit langem steht Schlößer an der Burger Straße in den Startlöchern, fühlt sich aber von der Stadtverwaltung ausgebremst, im Bemühen, dem Südbezirk auf die Sprünge zu helfen.

Der Investor hat ein sechs Punkte umfassendes Gesamtkonzept aufgelistet. Es beginnt mit der Erweiterung der Verkaufsfläche des neuen Aldi-Marktes auf 1200 Quadratmeter. "Das Gebäude steht schon in der Endfassung dort. Im Innern müsste nur eine Trennwand zu leerstehenden Räumen entfernt werden."

Für den von Bewohnern des Südbezirks vehement geforderten Drogeriemarkt gäbe es eine schnelle Lösung: den alten Aldi auf der anderen Seite des Parkplatzes neben der Waldorf-Kita. Dass sich eine Drogeriekette finden würde, daran hegt Schlößer keinen Zweifel. Voraussetzung: "Es müsste sich auch ein Frischemarkt ansiedeln." Den sieht Harald Schlößer Wand an Wand zum Aldi, zum Beispiel einen Rewe oder Edeka - in jedem Fall auf der Asche des aufgelösten TC Mannesmann, der zu guter Letzt auch sein Clubhaus durch ein Feuer verlor.

Das Tennisgelände gehört Schlößer. "Wenn die Baugenehmigung für den Frischemarkt sicher ist, könnte die sofortige Umnutzung des alten Aldi in einen Drogeriemarkt erfolgen." Schlößer und sein Partner Rainer Dorn wären auch bereit, sich an der Sanierung und Wiederrichtung des "blauen Mondes" zu beteiligen. "Das weithin leuchtende blaue Symbol sieht gerade von diesem erhöhten Platz toll aus", stellt Schlößer fest.

Seiner Meinung nach liegen die Differenzen zwischen der Stadt und Aldi an der fehlenden Baugenehmigung für das Industriedenkmal. Die Vermutung liegt nahe, dass Aldi sich deshalb querstellt, die hohe sechsstellige Summe für das Aufstellen und in eine neue Beleuchtung des Turmes zu investieren.

Schlößer ist frustriert, gleichwohl motiviert, die laufenden drei Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf und Oberverwaltungsgericht Münster "bis zur bitteren Neige" durchzuziehen. Der Politik wirft der Projektentwickler "Blockadehaltung" vor. Irgendwann müsse die Politik einsehen, dass sich Investitionen amortisieren müssen. "Man kann nicht ständig einfordern und kein Entgegenkommen zeigen", klagt Schlößer. Düster fällt seine Prognose aus: "Durch dieses 'alles auf die lange Bank schieben' wird jeglicher Investitionswillen im Südbezirk zerstört."

Auf der Strecke würde in diesem Zusammenhang auch die Erweiterung des Altenheimes an der Bliedinghauser Straße um zusätzliche Pflege- und Betreuungsbereiche durch die dortigen Eigentümer bleiben. Auf Eis, so Schlößer, liege auch die Integration der Villa "Otto-Pfeiffer-Haus" in das Altenheimkonzept oder die Wiederaktivierung als Kindergarten mit Erweiterung zur Wald- und Erlebnis-Kita. "Was soll dieser Zirkus?", sagt Schlößer: "Alles ist im Handumdrehen zu lösen, es müsste nur ein Machtwort gesprochen werden." Er denkt an den Oberbürgermeister, der dafür sorgen müsse, dass sich das Rathaus nicht hinter Mauern verschanzt.

(RP)
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